SOMA Smart Shades 2 im Test: Macht Rollos smart mit HomeKit

Smartes Wohnen wird seit Jahren diskutiert. Was für einige als Datenschutz-No-Go gilt, stellt für andere eine erhebliche Erleichterung im Alltag dar. Es gibt viele Produkte und Gadgets, um die verschiedensten Dinge nachträglich “smart” zu machen. Neben verhältnismäßig einfachen Dingen wie Licht und Heizung, beschäftigen wir uns heute mit den SOMA Smart Shades 2, denn dieser Motor verleiht alten Rollos ein neues intelligentes Leben. Wir haben das Gadget für euch getestet.

SOMA Smart Shades 2 und Connect Box liegen auf einem gruenen Busch

SOMA Smart Shades 2 und SOMA Connect im Test

Im heutigen Test haben wir insgesamt zwei der aktuell drei verfügbaren Produkte von SOMA. Neben den Smart Shades 2, welche vorhandene Rollos automatisieren, haben wir noch die SOMA Connect Box getestet. Was der kleine weiße Kasten drauf hat, lest ihr weiter unten im Test. Vorab sei noch gesagt, dass alle Geräte sowohl mit Apples HomeKit, Amazons Alexa als auch mit Google Home funktionieren. Die Produkte eignen sich somit, um in ein bestehendes Smart Home integriert zu werden.

Wer generell nach kreativen Produkten und Ideen sucht, um sein intelligentes Zuhause weiter aufzurüsten, der könnte bei unseren Smart Home Gadgets fündig werden.


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SOMA Smart Shades 2: Montage und Einrichtung sind erstaunlich simpel

Wer auf der Suche nach einer smarten Lösung zum nachträglichen Anbringen zur Automatisierung seines Rollos ist, wird schnell auf SOMA stoßen. Der Lieferumfang ist nahezu vollständig umweltschonend, da auf unnötiges Plastik und Farbe verzichtet wird. Die Smart Shades 2 werden euch in einem kompakten braunen Karton zugestellt. Mit dabei ist noch folgendes Zubehör:

  • Kugelkette
  • Solarpanel
  • USB Ladekabel
Smart Shades 2 Lieferumfang liegt mit Kabel uns Solarpanel auf einer Steinplatte

Bis auf die passenden Schrauben ist alles Wichtige dabei

Und ja, tatsächlich verzichtet SOMA auf eine Bedienungsanleitung. Diese Funktion wird von der Smart Shades App übernommen, auf welche wir gleich genauer zu sprechen kommen. Kern des Produktes ist der kompakte und zeitgleich relativ schwere Motor. Er ist größentechnisch am ehesten mit einer herkömmlichen PC Maus vergleichbar. Zudem besteht er vollständig aus weißem Kunstoff. Die allgemeine Verarbeitung ist ordentlich. Angetrieben wird das Gerät von einem integrierten Akku, SOMA verzichtet hier bewusst auf Batterien. Inwiefern das Solarpanel und das Ladekabel für längere Laufzeiten sorgen können, klären wir gleich. Vorab möchten wir noch kurz die Einrichtung schildern. Vor der Montage sollte überprüft werden, ob das vorhanden Rollo eine komplett freie Kugelkette besitzt, denn viele Modelle haben hier einen kleinen Verschluss. So auch in unserem Fall, daher mussten wir die vorhandene Kette mit der mitgelieferten Variante von SOMA austauschen. Anschließend konnte die Einrichtung beginnen.

Kette wird an einem Rollo montiert

Falls keine durchgängige Kette vorhanden ist, sollte diese ausgetauscht werden

Haende halten Smart Shades 2 Motor fest

Um ehrlich zu sein, haben wir mit einem deutlich längerem und komplizierten Einrichtungsprozess gerechnet. Wir wurden hier positiv von SOMA überrascht, denn in nur ca. 10 Minuten war alles einsatzbereit. Im ersten Schritt ladet ihr euch die App „Smart Shades“ aus dem PlayStore bzw. Apple App Store herunter. Anschließend fügt ihr ein neues Gerät hinzu, danach leitet euch die App durch den Einrichtungsprozess.

Zuerst muss der Smart Shades 2 Motor mit dem Ladekabel verbunden werden, anschließend hört ihr die berühmte Star Wars Musik im 8-Bit-Style, ein nettes Gimmik. Nach diesem Schritt müsst ihr eure Rollo in die mittlere Position bewegen. Ist das erledigt, führt ihr die Kugelkette in den Smart Shades 2 Motor ein. Dazu legt ihr den Faden seitlich hinein und startet den Motor via App. Schon dreht sich die Kette automatisch in den Motor, fertig.

Haende spannen Kette in SOMA Rollo Motor ein

Die Kette muss einfach seitlich in die Aussparung gelegt werden

Finger ziehen Klebepad von einer Rueckseite ab

Die Befestigung erfolgt wahlweise via Klebepad oder Schrauben

Nun sollte der Motor an der Wand montiert werden. Dazu stehen euch zwei Möglichkeiten zur Auswahl. Entweder nutzt ihr die vorhandenen Klebepads auf der Rückseite oder ihr sucht euch zwei Schrauben, um den kleinen weißen Kasten an der Wand zu fixieren. Leider liefert SOMA hier keine passenden Schrauben mit. Am besten dazu eignen sich herkömmliche Edelstahlschrauben mit den DIN-Maßen von 4×40 Millimeter.

In unserem Fall haben wir die Smart Shades 2 sowohl auf einer lackierten und glatten Holzoberfläche, als auch auf eine relativ flachen Raufaser-Tapete angeklebt. Beide Varianten halten bisher hervorragend. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass unser Test-Rollo mit 80×150 Zentimeter relativ kompakte Maße hat. Wer hier ein besonders großes Modell bewegen möchte, sollte den Motor lieber nur auf glatten Flächen kleben oder ihn alternativ direkt anschrauben.

Akkuschrauber befestigt smartes Rollo an einer Wand

Als Schrauben empfehlen wir 4×40 Millimeter (DIN)

Nach der erfolgreichen Montage fehlt nur noch die einmalige Kalibrierung. Hier zu gibt es 4 Pfeiltasten in der App mit denen ihr die maximale Höhe und Tiefe des Rollos festlegen könnt. Die orangen Tasten dienen zum groben und die blauen Felder zur feinen Justierung. Keine Sorge, die jeweilig festgesetzten Positionen können auch noch nachträglich in der App angepasst werden.

Ein Überblick zu Akkulaufzeit, Funktionen und möglichen Automatisierungen

Nach der erfolgreichen Montage könnt ihr direkt loslegen. In der App benennt ihr das Rollo entsprechend und anschließend könnt ihr jede mögliche Position per Schieberegler festlegen. Egal ob 50% geschlossen oder 16 Prozent geöffnet, SOMA lässt euch hier freie Hand. Dabei reagiert der Motor zügig. Der Rolladen selbst fährt ebenso schnell hoch und runter. In unserem Test schafften die Smart Shades 2 das 1,40 Meter lange Rollo in ca. 21 Sekunden zu schließen und in knapp 23 Sekunden wieder zu öffnen. Dabei wird der Motor laut SOMA knapp 50 Dezibel laut, was im Alltag kein Problem darstellt. Wer es etwas leiser, aber dafür langsamer möchte, kann in der App den „Morning Mode“ aktivieren.

Smart Shades App auf einem iPhone mit Fenster im Hintergrund

Die App erlaubt eine prozentgenaue Steuerung des Rollos

Smart Shades App und Apple Homekit Screenshots

Smart Shades App (links) vs. Apple HomeKit (rechts)

Des Weiteren bietet die App mehrere Funktionen zur Automatisierung. Unter anderem könnt ihr beliebig viele Smart Shades in der App integrieren und zu einer Gruppe zusammenfassen. Darüber hinaus könnt ihr euer Rollo zu bestimmten Uhrzeiten oder auch passend zum Sonnenauf- und Untergang automatisch öffnen und schließen lassen. Hierzu müsst ihr in der App den Punkt „Trigger“ wählen. Zeitgleich müssen wir die App auch leider kritisieren, da diese ausschließlich auf englisch ist. Daher könnte die Einrichtung für Menschen ohne Englischkenntnisse nicht so reibungslos ablaufen, da keine Papiervariante auf deutsch angeboten wird.

Eine spannende Thematik fehlt noch, die Akkulaufzeit. Eines unserer beiden Rollos haben wir vollständig ohne Ladegerät betrieben. In unserem Testzeitraum von zwei Wochen verbrauchte der Motor 52 Prozent. Das deckt sich mit der vom Hersteller angegebenen 4-Wochen-Laufzeit. Dabei wurde das Rollo mindestens zweimal täglich bewegt und gerade in der Anfangsphase auch öfters. Ein solider Wert, allerdings ist unser Test-Rollo auch ein relativ kleines Modell. Je größer die Variante, desto kürzer die Akkulaufzeit. Laut SOMA schafft es der Motor Modelle bis zu 2×2 Meter beziehungsweise maximal 5 Kilogramm zu bewegen.

Smartes Rollo vor einem Fenster

USB Kabel ist an Powerbank angeschlossen und liefert dem Rollomotor Strom

Nach einem Monat muss für circa zwei Stunden geladen werden

SOMA Solarpanel klebt in einem Fenster

Mit dem Solarpanel werden die Smart Shades stromunabhängig

Wenn der Akku zur Neige geht, kann das circa zwei Meter lange Ladekabel mit USB A Anschluss zum Wiederaufladen verwendet werden. Dabei kann natürlich auch eine Powerbank zum Einsatz kommen, falls keine Steckdose in der Nähe ist. In circa zwei Stunden ist der Akku wieder voll. Wer möchte kann die Smart Shades 2 auch dauerhaft am Strom betreiben. Alle Werte bezüglich der verbleibenden Akkukapazität oder des angeschlossenen Ladegeräts, lassen sich in der App einsehen.

Solarpanel wird vor ein Fenster gehalten

Bei unserem zweiten Modell haben wir das beiliegende Solarpanel verwendet. Dieses kann wahlweise im Hoch- oder Querformat an der Scheibe geklebt werden. Passenderweise lag unser Testzeitraum im Dezember, sodass die Tage entsprechend kurz waren. Nach mehreren Tagen im bewölktem Einsatz ohne direktes Sonnenlicht, verlor der Akku langsam an Kapazität. Der bewölkte Himmel reichte trotz Südseite des Fenster nicht aus, um den Akku während der Benutzung des Rollos zu laden. Nach diesem ersten getrübten Fazit schien an einem Tag die Sonne für mehrere Stunden.

SOMA Smart Shades Motor mit Kette ist an einem Fensterrahmen befestigt

Zu unserer Überraschung lud sich der Akku per Solar von 60 auf 100 Prozent in weniger als zwei Stunden. Da davon auszugehen ist, dass in einem Monat mindestens einen Tag lang Sonnenschein herrscht, braucht man die Smart Shades 2 mit dem installierten Solarpanel theoretisch nie wieder aufzuladen, genial! Lediglich bei Fenstern Richtung Norden könnte eine Nachladung nach 1-2 Monaten fällig werden, dennoch sind wir mit diesen Werten zufrieden.

Unser Fazit und ein paar Kritikpunkte zum Smart Shades 2 Rollo-Kit

Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit dem intelligenten Nachrüst-Set für das heimische Rollo. Die Einrichtung ist simpel und geht schnell von der Hand. Die Funktionen der App überzeugen ebenso und die Steuerung sowie die Akkulaufzeit waren zuverlässig. Lediglich nach dem App öffnen, dauerte es circa 2 Sekunden bis man mit dem Rollo verbunden war. Das könnte auf jeden Fall schneller vonstatten gehen. Ein weiterer Kritikpunkt ist das Fehlen einer deutschsprachigen Anleitung, was bei einigen Nutzern sauer aufstoßen könnte.

Als Verbesserungsvorschlag für eine dritte Generation der Smart Shades ist ein integrierter Knopf am Motor, denn die Smart Shades zwei können lediglich per App gesteuert werden. Wer also morgens an seinem Rollo vorbei läuft, kann es nicht manuell öffnen, das kann manchmal sehr unpraktisch sein. Ansonsten ist das Produkt ein wirklich rundes Gesamtpaket, wenn auch zu einem hohen Preis von 119 Euro. Wer die Smart Shades 2 mit Siri oder Alexa steuern möchte, benötigt zusätzlich die Connect Box. Im kommenden Abschnitt erklären wir euch wie die Einbindung in HomeKit und Co. funktioniert.


Smart Shades 2 kaufen


Shades 2 sind an einem Fensterrahmen montiert

SOMA Connect: Das Eingangstor zur Einbindung in das bestehende Smart Home

Wer seine smarten Rollläden jetzt von überall aus steuern, in seine gewohnten Automationen einbinden oder Sprachbefehle nutzen möchte, benötigt die SOMA Connect Box. Der kleine weiße Kasten wird zusammen mit einem Micro USB Kabel und einem 10 Watt Netzteil geliefert. Die SOMA Connect Box ist prinzipiell ein herkömmlicher Raspberry PI Minicomputer. Wer also ein solches Modell schon Zuhause hat, kann von der SOMA Webseite die entsprechende Software kostenlos herunterladen und auf seinem PI installieren. Das spart die zusätzlichen Kosten von 49 Euro für die Connect Box.

SOMA Connect Lieferumfang steht mit Netzteil und Ladekabel auf einem Tisch

Wer das wie in unserem Fall nicht hat, kann problemlos zur vorgefertigten Connect Box greifen. Eingerichtet wird SOMA Connect ebenfalls mithilfe der Smart Shades App. Dort muss anschließend das heimische WLAN eingegeben werden und schon wird die Box automatisch als Bridge konfiguriert, fertig. Zur Einbindung in Apple HomeKit, geht ihr wie gewohnt vor. Öffnet die Home App, fügt ein neues Gerät hinzu und tippt anschließend auf „Ich habe keinen Code bzw. kann keinen Code scannen“. Danach sollte euch „SOMA Connect“ als Bridge anzeigt werden.

Wenn ihr auf das Gerät tippt, fragt euch Apple nach dem HomeKit Code. Dieser ist von SOMA nirgends und nur schwer zu finden. Wir konnten den Code erst nach fünf Minuten langer Recherche im Internet finden: 031-45-154. Hier sollte SOMA definitiv den Code beilegen oder direkt auf das Gerät drucken.

SOMA Connect Box ist an einem MicroUSB Kabel angeschlossen

Kurzum: Ein Rasberry PI in anderem Gehäuse

Homekit App auf einem iPhone mit SOMA Connect Box daneben

Die Integration in HomeKit klappte reibungslos

Jetzt ist die Bridge erfolgreich hinzugefügt und kann benannt werden. Alle vorher in der App integrierten Rollos tauchen nun automatisch in HomeKit auf, können einzeln betitelt und den entsprechenden Räumen zugewiesen werden. Praktischerweise hat SOMA die Schnittstelle so programmiert, dass die Rollos auch als solche von HomeKit behandelt werden. Demzufolge werden auch alle vorhin genannten Möglichkeiten (prozentuale Absenkung, automatisierte Sonnenauf- und Untergangsfunktion, usw.) geboten. Darüber hinaus könnt ihr mit Sprachbefehlen wie „Hey Siri, schließe das Rollo im Schlafzimmer auf 30 Prozent“ agieren oder das Rollo auch von unterwegs aus per Fernzugriff steuern. Zudem können die Smart Shades 2 jetzt auch in vorhandene Automationen integriert werden. Verlässt beispielsweise die letzte Person den haushalt, können die Rollos eine beliebige Position einnehmen.

SOMA Connect: Lohnt sich der Kaufpreis für die gebotenen zusätzlichen Funktionen?

Ja, definitiv! Zumindest für alle Smart Home Besitzer. Wer sich für die Smart Shades 2 entschieden und bereits ein intelligentes Zuhause hat, sollte definitiv auch SOMA Connect mit in Betracht ziehen. Die Einbindung in HomeKit funktionierte problemlos und alle nativen Features werden ebenso geboten. Zudem ermöglicht die Connect Box die nützliche Steuerung per Sprache und einen Fernzugriff. Das kann gerade in Urlauben praktisch sein, um Einbrechern etwas vorzugaukeln. Wer dem relativ hohen Preis von 49 Euro aus dem Weg gehen möchte, kann sich einen Rasberry PI zulegen und diesen mit der kostenfreien Software von SOMA flashen.

Ein kleiner Tipp zum Schluss: Wer eine Jalousie mir drehbarem Stock zu Steuerung sein Eigen nennt, kann diese mithilfe des SOMA Tilt smarter machen. Dieses neue Gerät von SOMA haben wir allerdings noch nicht getestet.


SOMA Connect kaufen


iPhone und SOMA Connect Box liegen neben einer Pflanze auf einem Karton

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