Skydio 2: Die erste komplett autonom fliegende Drohne

Längst sind Drohnen nicht mehr nur (semi)professionellen Piloten und Filmemachern vorbehalten und spätestens mit der DJI Mavic Mini ist auch eine beeindruckend leistungsfähige Drohne im unteren Preissegment erhältlich. Diesen Artikel wollen wir jedoch der Skydio 2 widmen, die die erste komplett autonom fliegende Consumer-Drohne darstellt und trotzdem auch preislich überzeugt.

Skydio 2 auf Case

Bereits ab 999 US-Dollar ist die Skydio 2 in den USA zu haben und liegt damit preislich ein gutes Stück unter den beiden Versionen der Mavic 2, mit denen die Drohne in direkte Konkurrenz tritt. Und das trotz der Fähigkeit zum autonomen Fliegen – eine Kampfansage an DJI! Der Skydio 2 Preis kann sich sehen lassen.

Skydio 2 Drohne: Auf Augenhöhe mit DJI?

Um mit der Konkurrenz mithalten zu können, verfügt die Skydio 2 über einen Sensor, der in 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde aufzeichnet und die Videos zudem mit HDR aufnimmt. Dabei beträgt die Bitrate 100 Mb/s – genau so viel wie bei DJIs Mavic Air, Mavic 2 oder auch einer GoPro Hero 8. Natürlich nimmt die Skydio 2 auch Fotos auf. Diese lösen 12 Megapixel auf und können sowohl im Jpeg- als auch im Raw-Format geschossen werden, wodurch sie ausreichend Möglichkeit in der Nachbearbeitung bieten.

Frau h%C3%A4lt Skydio 2 in der Hand

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von rund 58 Kilometern pro Stunde erreicht die Skydio 2 nicht ganz die Höchstmarke mancher DJI-Drohnen und auch die angegebene Akkulaufzeit von 23 Minuten ist im Verhältnis recht wenig. Jedoch muss man dabei bedenken, dass der Fokus ganz klar auf den autonomen Flugmodi der Drohne liegt und dass durch die 360°-Hinderniserkennung natürlich auch ein erhöhter Stromverbrauch entsteht. Die Kamera ist wie gewohnt über ein 3-Achsen-Gimbal stabilisiert, wodurch Verwacklungen jeder Art verhindert werden sollten.

Im Gegensatz zu vielen Konkurrenzmodellen lässt sich die Skydio 2 zwar nicht zusammenklappen, jedoch ist sie mit 223 x 273 x 74 Millimetern inklusive Akku immer noch recht transportabel und vor allem ziemlich flach. Im zugehörigen Case finden die Drohne selbst, Ersatzpropeller, Ladekabel und zwei Akkus oder ein Akku und ein Netzgerät Platz. Mit 775 Gramm wiegt die Skydio 2 in etwa so viel wie die erste Mavic Pro und fällt somit unterwegs nicht zu stark ins Gewicht. Der Lieferumfang besteht neben der Drohne selbst aus einem Akku, einem Case, Ersatzpropellern, sowie einem USB-C-Ladekabel und einem Netzteil.

Akku der Skydio 2 wird entfernt

Skydio 2 startet aus Hand

Drei Steuerungsmöglichkeiten – passend für jede Situation

Zum Steuern der Drohne bestehen insgesamt drei Möglichkeiten. Sie kann direkt mit dem Smartphone verbunden werden und wird dort über die zugehörige App gesteuert. So kann der Flug schnell gestartet werden, das Smartphone landet wieder in der Hosentasche und die Drohne filmt im autonomen Modus, zum Beispiel beim Mountainbiken oder Skifahren.

Die zweite Option stellt die „Skydio Beacon“ dar, eine Fernbedienung, mit der die Drohne einhändig bedient wird. Mit ihr kann die Position der Drohne per Drag and Drop direkt gesteuert werden, zudem sind andere basale Funktionen wie Trackingeinstellungen oder Ändern der Flughöhe möglich. Auch intelligente Aufnahmemode können gestartet werden. Mit der Beacon erhöht sich die Reichweite der Drohne auf bis zu 1,5 Kilometer, zudem ist in der Fernbedienung GPS verbaut, so dass die Skydio 2 dem Nutzer auch weiterhin folgen kann, selbst wenn der direkte Sichtkontakt einmal abbricht.

Skydio Beacon Vorderseite

Die letzte Möglichkeit, die Drohne zu steuern stellt ein herkömmlicher Controller dar. Dieser ist komplett baugleich mit dem Controller der Parrot Anafi, bei welchem das Handy über der eigentlichen Fernsteuerung eingespannt wird. Die Software ist jedoch auf die Skydio 2 abgestimmt, so dass auch keine Anafi mehr mit diesem Controller geflogen werden kann. Bei der Nutzung des Controllers sind selbstverständlich alle Funktionen verfügbar und die Drohne kann auch wie gewohnt komplett manuell gesteuert werden. Hierbei beträgt die Reichweite bis zu 3,5 Kilometer, was für den normalen Gebrauch, der in den meisten Fällen sowieso eine Benutzung innerhalb der Sichtweite vorsieht, absolut ausreichend sein sollte.

Skydio Controller

Die Skydio Beacon sowie der normale Controller stellen in den meisten Fällen wohl die Navigationsmethode der Wahl dar, jedoch befinden sich die beiden Geräte nicht im Lieferumfang der Drohne und müssen für 149 US-Dollar pro Teil dazugekauft werden. Ein zusätzlicher Akku schlägt mit 99 US-Dollar zu Buche.

Autonomes Fliegen – eine Neuheit in der Drohnenwelt

Doch nun zum eigentlichen Herzstück der Drohne: Der Möglichkeit, autonom zu fliegen. Dies wird möglich durch insgesamt sechs 4K-Kameras, die an verschiedenen Stellen auf dem Gehäuse der Skydio 2 angebracht sind und jeweils über einen Blickwinkel von 200 Grad verfügen. So stehen insgesamt 45 Megapixel zur Verfügung, die dabei helfen sollen, Hindernisse zu erkennen und einen sicheren autonomen Flug zu ermöglichen. Mit dem NVIDIA Tegra TX2 steht den Kameras ein sehr schneller und energieeffizienter Prozessor zur Seite, der die Skydio 2 quasi zu einem fliegenden Supercomputer macht.

Skydio 2 in Case

So hat man als Sportler im Vergleich zu anderen Drohnen natürlich deutlich mehr Spielraum. Die komplett autonom fliegende Drohne ermöglicht es, sich ganz auf die eigentliche Sache zu konzentrieren, während das Fluggerät den Rest erledigt und von alleine atemberaubende Videos erstellt – vorbei sind die Zeiten, in denen man immer wieder ängstlich zurückschauen musste, ob man noch von der Drohne verfolgt wird oder sie schon im Baum hängen geblieben ist.

Skydio 2: Release in Deutschland ungewiss

Derzeit ist die Drohne leider nur in den USA und Kanada erhältlich, da die Skydio 2 derzeit nicht für eine Benutzung außerhalb der USA und Kanada zertifiziert ist. Ob und wann die Drohne in Deutschland verfügbar ist, bleibt somit unklar, wobei der Hersteller angibt, dass auf jeden Fall angestrebt wird, die Drohne auch in anderen Ländern verkaufen zu können. Wir halten euch auf dem Laufenden und editieren diesen Beitrag entsprechend, sobald wir auch hierzulande, die Skydio 2 kaufen können.

Skydio 2 wird per Handy gestartet

Besonders stolz gibt der Hersteller zudem an, dass die Drohne direkt in Amerika hergestellt wird. Selbst der Kundenservice operiert von Amerika aus und teilt sich ein Gebäude mit den Ingenieuren, die die Drohne entworfen haben. So wird (zumindest für Amerikaner) sichergestellt, dass Kunden ohne große Hürden direkt Kontakt mit dem Hersteller aufnehmen können. Zudem ist der Hersteller so sehr von seinem Produkt überzeugt, dass er eine kostenlose Reparatur oder einen kostenlosen Austausch anbietet, sollte die Drohne trotz Einhalten der Richtlinien zum sicheren Fliegen abstürzen.

Im Folgenden haben wir euch das beeindruckende Werbevideo der Skydio 2 eingebunden. Noch mehr Infos zur Drohne findet ihr auf der Herstellerseite von Skydio 2. Dort findet ihr auch verschiedene Videos, die genauer auf die einzelnen Funktionen eingehen, außerdem ist dort ein Vergleichsvideo mit der Mavic 2 Pro zu finden. Zudem sind auf Youtube bereits zahlreiche Skydio 2 Test Videos vorhanden, die zeigen, wie gut oder schlecht die hohen Versprechungen des Herstellers in der Praxis eingehalten werden.

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