Drill Turbine: Handy-Akku beim Fahrradfahren aufladen

Erneuerbare Energien haben nicht nur das Potenzial, veraltete Energiegewinnungsverfahren abzulösen, sondern auch kleinere private Stromerzeugung zu ermöglichen – mit Solarmodulen ausgestattete Auflademodule für Smartphones sind zum Beispiel schon seit längerem bekannt. Auch Drill Turbine ist in diesem Bereich anzusiedeln; der Unterschied zu anderen Geräten: Das kleine Gadget lädt euer Handy mithilfe von Windkraft auf.

DrillTurbine 5

Funktionsweise der Drill Turbine

Die Drill Turbine besteht im Grunde genommen aus drei Teilsystemen:

  • Turbine
  • Akku
  • USB-Anschluss-Modul

Während mit ersterem der elektrische Strom erzeugt wird, sind die letzteren beiden Module für das Verarbeiten der gewonnenen Energie zuständig. Ein voller Akku kann dabei je nach Konfiguration entweder 2.200 mAh oder 10.000 mAh bereitstellen, was etwas mehr, bzw. sehr viel mehr als die Akkukapazität eines iPhone 6 ist. Damit die Energie beim Gerät auch ankommt, werden zwei USB-Anschlüsse bereitgestellt, die im dualen Modus 1 A an Stromstärke bereitstellen, im einzeln betriebenen Modus sogar 2,4 A – das alles bei der für USB typischen Spannung von 5 V.

Damit der Akku des Gadgets bzw. des Smartphones aber tatsächlich auch aufgeladen werden kann muss natürlich erstmal der notwendige Strom erzeugt werden und damit Strom erzeugt werden kann muss zunächst die Turbine gedreht werden. Dies kann natürlich manuell geschehen, der dabei erzeugte Strom würde allerdings wohl zu gering sein. Deswegen hat das Herzstück des Gadgets eine besonders günstige Form, um meteorologischen Wind oder auch Fahrtwind mit optimaler Ausbeute in elektrischen Strom umzusetzen. Gerade beim Fahrradfahren dürfte das Gadget hilfreich sein: Dazu wird es einfach vorne an der Lenkstange montiert, und erzeugt dann während einer Fahrt den Strom, um entweder direkt das Smartphone, oder zunächst den integrierten Akku aufzuladen.

DrillTurbine 2

Nachgerechnet: Funktioniert das überhaupt?

Dass das Konzept grundsätzlich aufgeht, dürfte auf der Hand liegen, allerdings ist nicht ganz klar, wie hilfreich das Gadget tatsächlich im Alltag sein kann, da es über Ladezeiten auf der Kampagnenseite leider keine Angaben gibt. Mithilfe der angegebenen elektrischen Daten lässt sich dies jedoch recht einfach ausrechnen:

  • Fährt man mit dem Fahrrad mit einer Geschwindigkeit von 18 km/h, ergibt sich bei sonstiger Windstille ein Fahrtwind von 5 m/s.
  • Gemäß eines Diagramms auf der Produkt-Seite liefert die Turbine bei dieser Geschwindigkeit eine Leistung von 2,25 Wh.
  • Bei einer Ausgabespannung von 5 V entspricht dies einer Stromstärke von 0,45 A.
  • Der Akku eines iPhone 6 hat eine Kapazität von 1,81 Ah – bis er vollständig aufgeladen ist, dauert es bei dieser Fahrtgeschwindigkeit also etwas länger als vier Stunden.

Für einen Alltagsfahrer, der täglich lediglich eine viertel Stunde Rad fährt, ist dies natürlich zu ineffizient, für diejenigen, die jeden Tag viel auf dem Rad unterwegs sind, und ihr Smartphone dabei gerne aufladen würden, könnte das Gadget aber durchaus interessant sein. Anzumerken ist, dass die Beispielrechnung davon ausgeht, dass die Angabe bezüglich Leistung der Turbine bei entsprechender Fahrtgeschwindigkeit stimmt.

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Die Drill Turbine sucht momentan auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter nach Unterstützern, und kann noch 30 Tage lang je nach Version entweder für umgerechnet 35 € oder für umgerechnet 71 € gekauft werden. Sollte die Finanzierungsphase erfolgreich verlaufen, soll das Gadget im Januar 2017 ausgeliefert werden. Weitere interessante Akku-Gadgets findet ihr hier.

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