orbiTouch Tastatur ohne Tasten: Spielerei oder Hilfsmittel?

Die Benutzung eines Computers ohne Tastatur kann sich wohl kaum jemand vorstellen, denn die Eingabemöglichkeit wird für so gut wie alle Vorgänge am Computer benötigt. Heute stellen wir euch orbiTouch vor, eine Tastatur, die auf den ersten Blick kaum als solche zu erkennen ist. Was zunächst wie eine Spielerei wirkt, kann jedoch in bestimmten Situationen ein echtes Hilfsmittel darstellen.

orbiTouch schräg von oben

orbiTouch besteht aus zwei Schiebeplatten, die jeweils an einem Griff in Mausform gehalten werden. Die Erzeugung von Zeichen auf dem Bildschirm erfolgt dann durch gezieltes Verschieben der Platten, doch dazu später mehr. Denn das Gerät ist nicht nur als Gadget für den normalen Nutzer gedacht, sondern richtet sich vor allem an Menschen mit Einschränkungen, die die Nutzung einer normalen Tastatur unmöglich machen oder sehr stark einschränken.

orbiTouch: Tippen durch Verschieben von Pads

Wer sich das erste Mal mit orbiTouch konfrontiert sieht, wird sicher nicht auf Anhieb perfekt mit dem Gerät tippen können, jedoch ist das Prinzip sehr leicht zu erlernen und mit etwas Übung können durchaus beachtliche Schreibgeschwindigkeiten erreicht werden. Um einen bestimmten Buchstaben zu tippen, wird die Linke Platte zuerst in Richtung von einer der acht Zonen mit Zeichen geschoben. Diese bestehen immer aus fünf Zeichen, zum Beispiel „A, B, C, D, E“ oder „F, G, H, I, J“ und so weiter.

Die einzelnen Buchstaben sind immer in einer bestimmten Farbe abgebildet, die wiederum mit dem rechten Schiebepad eingegeben wird. Wenn ich also mit dem linken Pad die Buchstaben „A, B, C, D, E“ ausgewählt habe und ich das gelb hinterlegte „B“ schreiben möchte, dann bewege ich das rechte Pad in Richtung des gelben Felds. Das klingt erst einmal sehr kompliziert, jedoch sind dadurch, dass die Pads jeweils nur in acht Zonen eingeteilt sind, deutlich niedrigere motorische Fähigkeiten vonnöten, um akkurat tippen zu können.

orbiTouch in Schwarz

orbiTouch linkes Schiebepad

orbiTouch rechtes Schiebepad

Teure „Tastatur“ unterstützt bei vielen Krankheitsbildern

Somit eignet sich orbiTouch ideal bei einer Vielzahl von Krankheitsbildern, die die motorischen Fähigkeiten einschränken, so zum Beispiel Hand- oder Fingerverletzungen, Arthritis, Karpaltunnelsyndrom, Schlaganfall oder Wirbelsäulenverletzungen, aber auch Hand- oder Armprothesen. So können auch ältere Menschen oder Menschen mit Autismus am Computer schreiben und sind dabei deutlich schneller als mit einer normalen Tastatur.

Doch auch der normale Nutzer profitiert zumindest kurzzeitig von orbiTouch. Eine durchgeführte Studie zeigte, dass die Tippgeschwindigkeit deutlich schneller anstieg als beim Erlernen des Tippens auf einer normalen Tastatur. Die Einschränkung liegt jedoch in der erreichbaren Höchstgeschwindigkeit beim Tippen, die auf einer normalen Tastatur deutlich höher ausfällt.

orbiTouch mit Anleitung

Auch wenn man bereits auf einer herkömmlichen Tastatur schreiben kann, so ist das Erfolgserlebnis, wenn man nach stundenlangem Üben sein erstes flüssiges Wort auf orbiTouch schreibt, nicht zu unterschätzen. Trotzdem richtet sich das Gerät eher an Menschen, die aufgrund von körperlichen Einschränkungen eine normale Tastatur nicht benutzen können, denn der Preis von umgerechnet rund 356 Euro ist für eine nette Spielerei sicher zu hoch angesetzt. Mehr Infos findet ihr auf der Herstellerseite von orbiTouch, unten haben wir euch ein Hands-On-Video verlinkt, in dem ihr die Tastatur ohne Tasten in Aktion sehen könnt.

orbiTouch Tastatur ohne Tasten: Spielerei oder Hilfsmittel?
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