Powerbreather im Test: Die Weiterentwicklung des Schnorchels

Olympia liegt noch nicht lange in der Vergangenheit und es ist davon auszugehen, dass nahezu jeder der sich für diesen Artikel und das heute vorgestellte Gadget interessiert, auch die Olympioniken beim Schwimmen verfolgt hat. Deshalb haben wir hier für alle Freizeit- bis Profischwimmer ein Gadget parat, das euch möglicherweise in eurem geliebten Hobby weiterbringen und unterstützen kann. Was wir in diesem Test präsentieren können, ist der Powerbreather, ein Hightech-Sportschnorchel, aus dem Hause Ameo.

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Das Gerät wirbt damit, im Gegensatz zu herkömmlichen Schnorcheln, für eine durchgängige und optimale Sauerstoffzufuhr zu sorgen und gleichzeitig das Eindringen von Wasser zu unterbinden. Mittels Membranen und eines Zwei-Wege-Trennsystems soll die verbrauchte Luft über das Mundstück problemlos ins Wasser gepustet werden. In Zusammenhang mit seinem interessanten und futuristischen Design hat der Powerbreather auch bereits für einige Aufmerksamkeit gesorgt und die ein oder andere Auszeichnung abgestaubt.

Powerbreather – Verarbeitung und Lieferumfang

Es sollte nie über die Funktionalität gestellt werden und dennoch ist der Ersteindruck beim Auspacken teurer Produkte immer ein entscheidender Punkt, der über unsere Einstellung bestimmt. Beim Powerbreather beispielsweise hat mir direkt das Öffnen des mitgelieferten Tragekoffers schon die Vorfreude auf die spätere Benutzung mitgegeben. Da ich die Wave Edition vor mir liegen habe, befinden sich neben dem Powerbreather sowie den Standard-Ventilaufsätzen noch fünf weitere Aufsätze im Koffer.

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Neben dem kleinen Gebrauchsheft mit Anleitung, die man sich durchaus vor dem Gebrauch einmal genauer zu Gemüt führen sollte, ist der Koffer nicht weiter überfüllt. Sehr gut fand ich jedoch die Beilage eines kleinen Tütchens mit Vaseline, die dazu dient die Steckplätze für die Aufsätze einzufetten, was diese zum einen zusätzlich abdichtet und zum anderen das Aufstecken leichter macht. Auch, dass der Tragekoffer an den Seiten Luftlöcher besitzt, um das Trocknen später zu erleichtern, ist gut durchdacht.

Ab ins Becken mit dem Schnorchel der Zukunft

Um die komplette Spannweite an Kompetenzen zu nutzen, habe ich mich für den Test mit zwei Sportstudenten zusammengetan. Diese sind deutlich erfahrenere Schwimmer als ich und haben zusätzlich reichlich Erfahrung was das Schnorcheln anbelangt. Das erste Anlegen geht dabei trotz ungeschickter Hände relativ gut von der Hand und schnell ist der Schnorchel auf den Kopf justiert und sitz fest im Mund. Das Ganze saß direkt so fest, dass mir meine Helfer nicht mehr mitteilen konnten was sie vom Powerbreather halten und ohne freie Hände im Wasser war schnelles Ablegen auch keine Option mehr. Aber auch wenn es dadurch etwas kompliziert wurde, lässt sich dies als positiv in puncto Halt betrachten.

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Auch der Tragekomfort über längere Zeit lässt nicht nach, da sich das Twist Lock System, das genutzt wird, um den Schnorchel am Kopf festzuziehen, gut an die jeweilige Kopfform anpasst. Es wird zwar empfohlen eine Badekappe zu tragen, um den Halt zu erhöhen, aber ich hatte auch beim Schwimmen ohne Kappe keine Probleme oder Unannehmlichkeiten.

Direkt der erste Atemzug über Wasser lässt einen die verbaute Membran im Mundstück spüren. An die hierdurch leicht reduzierte Sauerstoffmenge sollte man sich vorerst etwas gewöhnen, da diese unter Wasser noch einmal stärker spürbar wird – zumindest bis man sich nach einigen Bahnen eingewöhnt hat und das Ganze als natürlich ansieht. Die Eingewöhnungszeit war dabei kürzer, je erfahrener der Schwimmer war. Gerade als blutiger Anfänger dürfte die ungewohnte Sauerstoffmenge unter Wasser den Puls ungesund schnell ausschlagen lassen und kann ein bisschen Panik auslösen, weshalb langsames Herantasten hier elementar wird.

Technik ist König

Die Membrane erfüllen natürlich den Zweck das Wasser von unseren Atemwegen fernzuhalten, haben aber gleichzeitig einen gesonderten Trainingseffekt, der für alle Niveaustufen von Schwimmern relevant ist. Jeder, der mit dem Prinzip der Elevation Mask vertraut ist, weiß dies bereits, da diese eine ähnliche Membrantechnik nutzt. Durch das erzwungen geringe Sauerstoffaufgebot wird die Atemmuskulatur gestärkt und das Lungenvolumen trainiert. Der Effekt simuliert hierbei Höhentraining und kann daher gerade im Konditionsbereich ungemein förderlich sein. Noch Ende dieses Jahres soll die Funktion weiter ausgebaut werden und es sollen Versionen in verschiedenen Membranstärken angeboten werden. Während die derzeit erhältliche Variante die spätere „medium“ Version darstellt, kann man dann zwischen mehreren Atemwiderständen wählen und diese seinem Training und seinem Level an Erfahrung anpassen.

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Powerbreather ausgepackt am Beckenrand (Bild: gadget-rausch.de)

Sobald es dann ans Schwimmen selbst geht, lässt sich der Schnorchel tatsächlich in keinster Weise beanstanden. Das System hält genau das, was es verspricht. Die frische Luft kann zuerst problemlos durch den Mund eingeatmet und danach durch die Front wieder ausgestoßen werden, was auch unter der Wasseroberfläche wunderbar anzusehen ist. Wenn man die Membran jetzt beiseitelässt, erlernt sich das Umgehen mit dem Powerbreather ungemein schnell. Die Erfahrung im Umgang mit Schnorcheln zwischen meinen beiden Sportschwimmern reichte von komplett unerfahren bis zur regelmäßigen Nutzung und trotzdem brauchten beide kaum zwei Minuten um sich mit dem Gerät einzuspielen.

Wer nun die Hindernisse aus dem Weg geräumt hat, kann wunderbar die Vorzüge beim Training nutzen. Zum Beispiel kann ohne große Beachtung der Atmung beim Kraulen die Technik verbessert werden. Beispielsweise ist eine präzise Kontrolle des Armzugs oder eines kontinuierlichen Beinschlags möglich. Das Prinzip funktioniert dabei aber nicht nur beim fortgeschrittenen Schwimmer. Auch beim Brustschwimmen war es förderlich sich nicht zwingend mit dem Kopf über die Wasseroberfläche drücken zu müssen, weshalb hier auch Einsteiger profitieren können.

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Ein weiterer Punkt sind die unterschiedlichen Ventile, die sich auf die Atemrohre aufstecken lassen und von denen man je nach gekaufter Version verschiedene Arten erhält. Hierzu zählen beispielsweise die Speed Vent L, die eine Verlängerung der Aufsätze darstellen und somit besser geeignet für Freiwasserschwimmen sind, weil weniger Spritzwasser durch Wellen eintreten kann. Bei zwei Abstechern in die ausnahmsweise mal viel zu ruhige Ostsee habe ich sie zwar ausprobiert, aber aufgrund des nicht vorhandenen Wellengangs, war der Unterschied nur gering zu spüren, aber rein logisch machen die Speed Vent L Sinn und werden ihrem Zweck gerecht.

Zu guter Letzt musste noch die Rollwende passen und stellte uns kurz vor einige Schwierigkeiten, da die Menge an eindringendem Wasser zu hoch war. Die Lösung des Problems war die Nutzung der verbleibenden Aufsätze. Nach einigem Herumprobieren mit der Flip Cap und der Blind Cap waren die Sorgen erledigt. Wie ich später herausfand, wird dieser Aspekt, aber ausführlich in der Anleitung sowie den Tutorials auf Youtube erklärt, die ich anfangs nur überflogen und sehr separiert genutzt habe.

Fazit zum Powerbreather-Schnorchel

Als ich erstmals von dem Powerbreather gelesen habe und erste Bilder sah, hat er sich in meinem Kopf als Sportgerät für Profis manifestiert. Gerade die Preislage von bis zu 124 Euro wollte dem nicht widersprechen. Mit der stetigen Nutzung wurde mir dann jedoch zunehmend bewusst, dass der Schnorchel als fähiger Allrounder durchgeht. Während der Profi wohl eher vom erhöhten Atemwiderstand profitiert um seine Kondition zu steigern, stellt sich das Gerät auch als ansprechende Lösung für Fortgeschrittene, Lernende und Freizeitschwimmer heraus, die sich auf noch verbessern möchten. Zumindest kann man den Powerbreather jedem empfehlen, der den ausreichenden Enthusiasmus mitbringt und dem der Preis, die Erfahrung wert ist, denn zusammengefasst kann Ameo die Versprechen, die sie mit ihrem Produkt machen, halten.


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