JOURIST DC80 Test: Faltbare Dokumentenkamera mit Autofokus

Wo früher in jedem Klassenraum ein Overhead-Projektor stand, kann auch dieser mittlerweile durch ein digitales und wesentlich kleineres Gerät, das zusätzlich über mehr Funktionen verfügt, ersetzt werden. Die JOURIST DC80 Dokumentenkamera, die wir heute für euch genauer unter die Lupe nehmen, ist genau so ein Gerät. Wie gut sie einen Overhead-Projektor auch im Büro ersetzen kann und was sie für zusätzliche Funktionen hat, erfahrt ihr im Test.

JOURIST DC80 Dokumentenkamera auf Gras gerichtet


Kurz vorab: Den ScanMarker Air vom gleichen Hersteller hatten wir bereits für euch getestet. Der digitale Stift scannt Schriften aus Magazinen und Büchern – und übersetzt diese sogar bei Bedarf. Im Test hat das Büro Gadget gut abgeschnitten.


Wenn man die Dokumentenkamera zum ersten Mal sieht, fällt vor allem die kompakte Größe auf. Durch das klappbare Design kann die Kamera platzsparend in jeder Tasche verstaut werden und ist nach dem Transport trotzdem schnell wieder aufgebaut. Eine Schutztasche für den Transport des nur 0,9 Kilogramm schweren Geräts wird jedoch leider nicht mitgeliefert, so dass man entweder zusätzlich investieren muss oder Kratzer durch den Transport in Kauf genommen werden müssen. Funktionseinbußen dürften dadurch jedoch nicht entstehen, da die eigentliche Kamera in zusammengefaltetem Zustand komplett geschützt ist.

JOURIST DC80 Dokumentenkamera: Der erste Eindruck

Vor Inbetriebnahme wird die Dokumentenkamera auseinander geklappt. Sehr praktisch dabei: Das Scharnier kann stufenlos verstellt werden und dadurch, dass vor der Kamera ein zweites Scharnier angebracht ist, ist man sehr flexibel bei der Einstellung. Zusätzlich kann der Kamerakopf selbst nach links und rechts gedreht werden. Die Konstruktion wirkt stabil und langlebig, allerdings knarzt und knackst sie manchmal beim Verstellen, da das Gerät nur aus Plastik gefertigt ist. Hier wären höherwertige Materialien wünschenswert gewesen, schränkt die Bedienung am Ende jedoch nicht ein.

JOURIST DC80 Dokumentenkamera zeigt Gras von oben

Um die Dokumentenkamera mit dem Computer verbinden zu können, muss zuerst das entsprechende Programm für Windows oder macOS heruntergeladen werden, dann kann es aber auch schon losgehen. Die Stromversorgung der Kamera erfolgt einzig und allein über USB, was praktischerweise einen zusätzlichen Stromanschluss überflüssig macht. Hier setzt der Hersteller jedoch auf das veraltete Mini-USB, das schon seit Jahren nicht mehr dem Standard entspricht. In 2019 kann man von einem Gerät mindestens Micro-USB erwarten, auch wenn mittlerweile schon USB-C zum Standard geworden ist. Dies macht den Gebrauch unnötig umständlich, da immer ein zusätzliches Kabel extra für die Dokumentenkamera mitgenommen werden muss, da das Smartphone-Ladekabel aufgrund des veralteten Anschlusses nicht kompatibel ist.

JOURIST DC80 Dokumentenkamera USB Anschluss

Intuitive Bedienung trotz großem Funktionsumfang

Ist das Gerät jedoch erst einmal angeschlossen, funktioniert die Benutzung so wie vorgesehen. Über das zugehörige Programm wird das Kamerabild auf den Monitor oder Beamer übertragen, jedoch können auch Videos (mit 15 fps) aufgenommen oder Fotos gemacht werden. Will man das von der Kamera übertragene Objekt wechseln, so friert man das Bild über die entsprechende Funktion kurzzeitig ein, bis das nächste Objekt optimal platziert wurde. So werden unschöne Übergänge vermieden und es kann direkt das nächste Objekt gezeigt werden. Zusätzlich fällt so nicht auf, dass der Fokus der Dokumentenkamera teilweise etwas träge ist. Dies ist sehr auffallend, wenn man das Gezeigte wechselt, wird in der Praxis jedoch nicht von großer Relevanz sein, da das Gerät zur Präsentation von statischen Objekten entwickelt wurde.

Praktischerweise verfügt die Dokumentenkamera auch über eine Scanfunktion, die im Vergleich zu einem normalen Scanner sehr viel Zeit sparen kann. Dazu wird die Kamera auf der mitgelieferten Matte in der vorgesehenen Position platziert und das Dokument an den jeweiligen Markierungen für die entsprechende Größe ausgerichtet. Wenn das Dokument erkannt wurde, reicht ein Mausklick aus, um es abzuspeichern, auf Wunsch kann auch nur ein bestimmter Bereich des Dokuments gescannt werden. Zusätzlich ist es möglich, mehrere Dokumente in eine Datei zu scannen. Dabei werden die Dokumente standardmäßig im PDF-Format gespeichert, was eine breite Kompatibilität verspricht.

JOURIST DC80 Dokumentenkamera auf Sacnmatte

JOURIST DC80 Dokumentenkamera neben Glaskaraffe 678x1024

Die Qualität der Übertragung beziehungsweise der Aufnahmen der Dokumentenkamera ist für den Alltag völlig ausreichend. Die integrierte 8MP-Kamera, die 3456 x 2440 Pixel auflöst, sorgt dafür, dass Dokumente sehr gut lesbar sind und auch einige Details der unter der Kamera befindlichen Objekte übertragen werden. Eine Qualität, die an aktuelle Smartphones heranreicht, darf man jedoch nicht erwarten. Hierfür fehlt es der Kamera etwas an Schärfe und Detailreichtum, vor allem in dünkleren Umgebungen. Da hilft auch die meiner Meinung nach etwas schwach ausgefallene Beleuchtung durch die 11 integrierten LED-Leuchten nur bedingt.

Sehr sinnvoll erweisen sich jedoch die Zoom- und Lupenfunktion. Über die Zoomfunktion wird der gesamte Bildbereich (digital) vergrößert, mit der Lupenfunktion, deren Größe sogar verstellbar ist, wird der gewählt Bildausschnitt vergrößert dargestellt. Bei beiden Funktionen kann der Vergrößerungsfaktor zwischen 1x und 6x individuell eingestellt werden und bietet dadurch sehr viele Anpassungsmöglichkeiten.

JOURIST DC80 Dokumentenkamera Standfu%C3%9F

Lohnt sich der Kauf?

Wer den Beitrag aufmerksam gelesen hat, wird gemerkt haben, dass die DC80 Dokumentenkamera von JOURIST im Gegensatz zu einem Overhead-Projektor eine Vielzahl an Vorteilen bietet und zudem mit zahlreichen zusätzlichen Funktionen punkten kann. Ich denke auch, dass ein direkter Vergleich eher unangebracht ist, da die Dokumentenkamera so viel mehr bietet als das bloße an-die-Wand-Werfen von Dokumenten, die davor extra auf Folien kopiert werden mussten.

Zusammenfassend haben wir euch noch einmal die wichtigsten Funktionen aufgelistet:
• Auflösung von 3256 x 2440 Pixeln
• Beleuchtung mit 11 LEDs
• Stromzufuhr direkt über USB
• Software für Windows und Mac verfügbar
• insgesamt vier Scharniere und Gelenke für optimale Einstellungsmöglichkeiten
• nur rund 0,9 Kilogramm schwer

Interessenten, für die die zuvor genannten Nachteile nicht zu sehr ins Gewicht fallen, können also ohne große Bedenken zuschlagen und den Overhead-Projektor durch ein Stück modernere Technik ersetzen, das ganz nebenbei auch absolut portabel ist und dadurch überallhin mitgenommen werden kann. Somit eignet es sich nicht nur für Präsentationen am Arbeitsplatz, sondern auch unterwegs auf Dienstreise. Die Dokumentenkamera kann für 119,95 Euro bestellt werden.


JOURIST DC80 Dokumentenkamera kaufen


JOURIST DC80 Dokumentenkamera auf Scanmatte neben Computer 678x1024

JOURIST DC80 Test: Faltbare Dokumentenkamera mit Autofokus
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