Amazfit GTR 4 Test: Schicke Smartwatch für jeden Sportler

Es ist nun ein gutes Jahr her, dass wir die Amazfit GTR 3 Pro im Test hatten. Nun ist es endlich soweit und Amazfit hat die neue GTR 4 auf den Markt gebracht. Die GTR 3 Pro war eine tolle Sportuhr, doch leider fehlten viele smarte Features. Das soll sich mit der GTR 4 ändern. Dank Zepp OS 2.0 erhält sie nämlich eine komplett überarbeitete Software, die einige Kritikpunkte aus dem letzten Jahr ausmerzen soll. Ob es Amazfit gelungen ist die GTR 4 endlich smart zu machen und damit mehr als einen Fitnesstracker auf den Markt zu bringen, erfahrt ihr in diesem Testbericht. 

Amazfit Smartwatch mit Pflanzen davor

Amazfit hat sich mit ihren Smartwatches und Fitnesstrackern mittlerweile einen Namen auf dem deutschen Markt gemacht und bewirbt ihre Produkte in erster Linie als Gesundheits- und Fitness-Gadgets, die nebenbei auch smarte Aufgaben übernehmen sollen. Viele Nutzer haben sich daran gestoßen, dass gerade die Smartwatches nicht smart genug sind und forderten weitere smarte Features, wie das Beantworten von Nachrichten direkt auf der Uhr, ein. Wie Amazfit mit dieser Kritik umgegangen ist, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Amazfit GTR 4 Test: Lieferumfang und erster Eindruck

Das Design war ein großer Pluspunkt der Amazfit GTR 3 Pro und hat uns auch dieses Jahr nicht enttäuscht. Die Amazfit GTR 4 kommt in einer schlichten Verpackung, die neben der Uhr selbst nur noch ein Ladekabel beinhaltet, was jedoch dem Lieferumfang der meisten Smartwatches entspricht. Die Uhr besteht aus einem 46 Millimeter großem Aluminiumgehäuse mit einem 1,43 Zoll großen AMOLED-Display auf der Oberseite. Ähnlich wie beim Vorgänger befinden sich zwei Knöpfe an der rechten Seite der Uhr, wovon der oberste eine digitale Krone ist, die ähnlich wie man es von der Apple Watch kennt, gedreht werden kann, um zum Beispiel durch Menüs zu navigieren.

Der untere Knopf kann frei belegt werden und führt in den Werkeinstellungen zu dem Sportmodus der Uhr. Auf der Rückseite befindet sich der neue BioTracker 4.0, welcher nun noch genauer die wichtigsten Vitalwerte misst. Wie gut das wirklich funktioniert hat, erfahrt ihr weiter unten im Test. Die uns zur Verfügung gestellte Version der Amazfit GTR 4 kommt mit einem Lederarmband. Dieses ist zum Arm hin gummiert, wodurch es ohne Problem zum Sport genutzt werden kann und Schweiß stand halten soll.

Neben der Lederversion gibt es auch noch weitere Armbänder aus Silikon und Stoff. Das Gehäuse ist bei dem Modell mit dem Stoffarmband außerdem nicht in einem klassischen Silber, sondern in einem modernen Matt-Schwarz. Wir empfanden die Lederversion als sehr Edel und könnten uns die Uhr auch gut als Business-Smartwatch vorstellen. Insgesamt sind die Veränderungen zur Amazfit GTR 3 Pro sehr gering, dennoch ist das Design wieder einmal sehr gelungen.

Digitale Krone von der Amazfit GTR 4

Rueckseite der Amazfit GTR 4

Nahansicht des GTR 4 Displays

Funktionsumfang: Amazfit wird smart

Der Funktionsumfang in Zepp OS 1.0 war relativ überschaubar und hatte neben ein paar spannenden Sportfeatures, wie beispielsweise dem PAI System, eher wenige smarte Features. Zepp OS 2.0 ist auf den ersten Blick ähnlich aufgebaut. Dennoch gibt es einige neue spannende Features, die wir euch nun näher bringen wollen. Über ein seitliches Swipen navigiert man durch das Favoritenmenü, welches vorher angelegte Karten aufweist, um auf einen Blick das Wetter, die aktuelle Herzfrequenz oder das Fitnesslevel des derzeitigen Tages einzusehen. Wischt man im Ausgangszustand nach rechts kommt man auf den Newsfeed. Hier wird auf einen Blick alles Wichtige angezeigt.

Zudem kann man von hier aus direkt den Alexa Sprachassistenten starten. Alternativ kann dieser jedoch auch über ein längeres Drücken der digitalen Krone aktiviert werden. Über ein kurzes Drücken der oberen Funktionstaste kommt man in das App Menü, wo alle anderen Anwendungen angezeigt und gestartet werden können. Neben den Standardanwendungen wie der Herzfrequenz- und Blutsauerstoffmessung und einer Trainingsapp gibt es wie auch in Zepp OS 1.0 die Möglichkeit das Stresslevel zu messen und den Schlaf zu tracken. Wie auch bei dem Vorgänger der GTR 4 können zudem alle Vitalwerte über eine One-Tab Messung angezeigt werden.

Menue der GTR 4 im Einsatz

GTR 4 von Amazfit am Handgelenk

Bei der Amazfit GTR 4 kann nun auch der weibliche Zyklus in einer App getrackt und eine Sportmitgliedskarte direkt auf der Uhr gespeichert werden, sodass man das Smartphone zu Hause lassen kann. Generell kam es uns vor, dass die GTR 4 im Vergleich zur GTR 3 Pro noch einmal einen stärkeren Fokus darauf legt eine Sportuhr zu sein. Dies zeigt auch die Einbindung von Drittanbieterapps wie Strava oder Adidas Running, die mit der Uhr synchronisiert werden können. Es gibt außerdem die Möglichkeit weitere Apps wie GoPro Connect über die Zepp App zu installieren.

Ein Kritikpunkt aus dem letzten Jahr waren die überschaubaren smarten Funktionen. So war es beispielsweise nicht möglich individuell auf Nachrichten zu antworten und auch Bilder aus Chats wurden nicht auf der Uhr angezeigt. Diese Wünsche wurden leider auch mit der GTR 4 nicht erfüllt, es wurde jedoch auf der IFA angedeutet, dass sich dies mit einem Update noch ändern könnte. Dennoch hat sich der App-Umfang deutlich verbessert und alltägliche Funktionen wie eine Trinkerinnerung, eine Babyaufzeichnung zum Einhalten der Fütterungszeiten, einen Taschenrechner und viele weitere Zusatzfunktionen die hinzugekommen sind.

Sporttracking – die wahre Stärke

Die wahre Stärke der Amazfit GTR 4 liegt definitiv im Sporttracking. Es können die gängigsten Sportarten wie Outdoor-Laufen oder Fahrradfahren automatisch erkannt werden. Zusätzlich stehen über 150 Sportprogramme zur Auswahl. Für Outdoor-Aktivitäten wurde  das GPS-Tracking verbessert, ist nun noch genauer und besitzt eine automatische Bahnkorrektur, um runde Laufbahnen zu erkennen und jede gelaufene Runde zu zählen. Auch für Kraftsportler gibt es eine tolle Funktion. Die GTR 4 erkennt nämlich Kraftsportübungen und zählt automatisch die Wiederholungen. Aus den gemessenen Werten berechnet die Smartwatch zudem die Regenerationszeit der einzelnen Körperpartien.

Auch für Nicht-Sportler ist die Uhr sinnvoll, da sie nicht nur Sport sondern auch Gesundheit in vielen Bereichen des Alltags trackt. Gerade für Menschen, die einem stressigen Alltag ausgesetzt sind könnte die GTR 4 helfen mehr auf die eigenen Bedürfnisse zu achten, Stress zu mindern und jederzeit Überblick über die wichtigsten Vitaldaten zu haben. Durch das edle Design muss man sich auch im Büro nicht verstecken mit der GTR 4.

Wasserstrahl auf Amazfit GTR 4

Trainings Applikation der Amazfit Smartwatch

Das Akkumonster unter den Smartwatches

Ein Punkt hat uns bei den Smartwatches von Amazfit schon immer gut gefallen: der Akku, beziehungsweise dessen Laufzeit. Diese ist nämlich im Vergleich zur Konkurrenz schon immer gut gewesen, wird mit der Amazfit GTR 4 jedoch noch einmal getoppt. Bei starker Nutzung verspricht der Hersteller eine Akkulaufzeit von sieben Tagen. In unserem Test kamen wir auf unglaubliche 12 Tage mit einem Akku! Amazfit gibt sogar an, dass im Energiesparmodus bis zu 24 Tage möglich sind und im Uhrmodus sogar 50 Tage! Man muss jedoch auch sagen, dass diese Werte nur dann erreicht werden, wenn GPS nicht dauerhaft angeschaltet ist und Stromfresser wie das Allways-On-Display deaktiviert bleiben.

Wenn man viel Sport treibt und alle stromverbrauchenden Einstellungen eingeschaltet hat sind trotzdem bis zu drei Tage Nutzung möglich, was immer noch ein sehr guter Wert ist und für die meisten Nutzer ausreichen sollte. Aufgeladen wird die Amazfit GTR 4 über ein mitgeliefertes Magnetladekabel. Für eine volle Aufladung des 475 Milliamperestunden-Akkus benötigt die Uhr ungefähr zwei Stunden. Dieser Wert ist in sofern in Ordnung, als dass man auch mit einer Ladung von 20 bis 30 Prozent ohne Probleme über den Tag kommt. Hat man also vergessen die Uhr zu laden, so reicht es aus die GTR 4 für 30 Minuten an den Strom zu hängen.

Alexa Sprachassistent auf der GTR 4

Fazit: In allen Punkten besser

Auch wenn sich die Amazfit GTR 4 äußerlich nur dezent von dem Vorgänger unterscheidet, ist im Inneren einiges passiert. Besonders die Sensoren wurden weitestgehend überarbeitet und ermöglichen nun neue Funktionen wie die Erkennung verschiedener Kraftübungen oder der Laufbahn für eine Laufbahnkorrektur. Dennoch würden wir uns noch mehr smarte Features wünschen. Gerade das Antworten auf Nachrichten funktioniert bisher nur mit vorgefertigten Antwortmöglichkeiten, hier könnten wir uns noch ein Update zum Verfassen von individuellen Textnachrichten vorstellen. Insgesamt bekommt man mit der GTR 4 jedoch ein großartiges Gesamtpaket für einen akzeptablen Preis von 229,00 Euro.


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Digitales Watchface der GTR 4

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