Ich hatte bisher keinerlei Erfahrung mit ePaper-Tablets, deshalb war das BOOX Note Air5 C für mich ein echtes Erstkontakt-Gerät. BOOX selbst ist ein Hersteller, der seit Jahren im Bereich digitaler Notizgeräte aktiv ist und E-Ink-Displays mit Android-Betriebssystemen kombiniert. Unser Kollege Anton hatte vor einiger Zeit das BOOX Note Air3 C im Test. Daher bin ich umso gespanter auf den Nach-Nach-Folger aus 2025 und meine ersten Erfahrungen als sonstiger iPad Nutzer.

Verarbeitung, Zubehör und meine ersten Eindrücke
Das Note Air5 C kommt mit einem 10,3-Zoll Kaleido-3-Display, Android 15, 6 GB RAM, 64 GB internem Speicher und der Möglichkeit, per microSD bis auf 2 TB zu erweitern. Außerdem liegt der neue BOOX Pen3 bei, der 4.096 Druckstufen unterstützen soll. Soweit erstmal die Daten des Herstellers, kommen wir nun aber zu meinen ersten Eindrücken.


Beim Auspacken hatte ich sofort das Gefühl, ein hochwertiges Produkt in den Händen zu halten. Die Verarbeitung wirkt durchgehend sauber, nichts wackelt oder wirkt billig, und das Tablet fühlt sich insgesamt stabil und vor allem dünn an. Ein richtiges Highlight war für mich das Zubehör – vor allem die optional erhältliche Tastatur. BOOX hat hier eine sehr angenehme Lösung geschaffen: Sie verbindet sich magnetisch über Pogo-Pins und ermöglicht ein Schreibgefühl, das erstaunlich nahe an kleine Laptops herankommt. Für längere Texte ist das tatsächlich eine echte Arbeitserleichterung. Lediglich das Herausnehmen des Tablets erfordert etwas Übung und geht nicht so leicht von der Hand wie beispielsweise bei Apple.
Auch der BOOX Pen3 hinterlässt einen positiven Eindruck. Er liegt gut in der Hand und erzeugt beim Schreiben dieses leicht raue Papiergefühl, das ich bei digitalen Stiften bisher eher selten erlebt habe. Allerdings ist mir aufgefallen, dass der Stift an seiner magnetischen Position manchmal unglücklich sitzt und dabei die „Leiser“-Taste am Tablet berühren und drücken kann. Das stört im Alltag nicht massiv, ist aber ein Detail, das man im Hinterkopf behalten sollte. Bei einem Nachfolger sollte das in jedem Fall behoben werden.


Beim Cover war ich zwiegespalten: Es macht einen hochwertigen Eindruck und fühlt sich gut an, aber ich bin mir nicht sicher, wie robust es wirklich langfristig ist. Materialien wie diese sehen am Anfang meist gut aus, entwickeln aber bei intensiver Nutzung über die Jahre gern Abnutzungsspuren. Trotzdem fügt sich das Zubehör insgesamt stimmig ein und wertet das Gerät deutlich auf.
Schreiben, Display und Nutzung im Alltag – so schlägt sich das BOOX Note Air5 C
Da das Note Air5 C mein erstes ePaper-Gerät war, konnte ich sehr unvoreingenommen an die Sache herangehen. Beim Schreiben selbst wurde ich positiv überrascht: Der Stift gleitet angenehm über die matte Oberfläche und zeichnet sauber und zuverlässig. Ob schnelle Notizen oder längere Texte – das Schreibgefühl ist eines der größten Stärken des Geräts. Genau das gilt auch für die Tastatur, mit der ich problemlos längere Texte tippen konnte. Die direkte Verbindung ohne Bluetooth sorgt für ein stabiles und schnelles Schreibverhalten.
Der große Vorteil des Note Air5 C liegt für mich aber in der Kombination aus ePaper und Android 15. Dadurch lässt sich nahezu jede App installieren – egal ob Office-Programme, Zeichen-Apps, Cloud-Tools oder sogar Videodienste. Damit verwandelt sich das Tablet von einem reinen Notiz- oder Lesegerät in ein vielseitiges Digital-Notebook, das sich flexibel an unterschiedlichste Arbeitsweisen anpassen lässt.


Beim Display zeigt sich allerdings die typische Kaleido-3-Logik: Schwarz-Weiß-Inhalte sind gestochen scharf und wirken mit rund 300 PPI sehr präzise, während Farb-Inhalte technisch bedingt auf etwa 150 PPI reduziert werden. Für Notizen, einfache farbige Skizzen oder schematische Illustrationen reicht das vollkommen aus, doch feine Farbdarstellungen wirken etwas weicher. Ich habe außerdem festgestellt, dass ich die Helligkeit häufiger höher einstellen musste, um Farben kontrastreicher wahrzunehmen. Diese zusätzliche Helligkeit wirkt sich dann natürlich direkt auf die Akkulaufzeit aus.
Ghosting ist sichtbar – vor allem beim schnellen Blättern oder beim Öffnen vieler Apps beziehungsweise beim Zeichnen – aber für meine normale Nutzung, die vor allem aus Schreiben und Lesen bestand, war das nie wirklich störend. Hier tritt relativ schnell ein Gewöhnungseffekt ein. Der integrierte Fingerabdruck-Sensor funktioniert ebenfalls zuverlässig, hier gibt es nicht zu bemängeln.

Leistung, Akkulaufzeit und wo das Gerät überzeugt – und wo weniger
In puncto Leistung macht das BOOX Note Air5 C einen sehr guten Eindruck. Der Octa-Core-Prozessor und die 6 GB RAM sorgen dafür, dass Apps schnell starten, Menüs flüssig laufen und auch Multitasking ohne große Verzögerungen funktioniert. Besonders bei Android-Geräten auf E-Ink-Basis ist das keineswegs selbstverständlich. Die Möglichkeit, eine microSD-Karte mit bis zu 2 TB einzusetzen, empfinde ich als großen Vorteil, gerade wenn man viele PDFs, Bücher, Zeichnungen oder Apps nutzt. Ebenso praktisch war für mich die OTG-Kompatibilität – ein kleines Detail, das das Gerät im Alltag noch vielseitiger macht.


Beim Akku zeigt sich ein gemischtes Bild: Bei geringer Helligkeit und überwiegend Schwarz-Weiß-Nutzung hält der Akku sehr lange durch, so wie man es von E-Ink erwarten würde. Sobald ich aber mehr Farbe genutzt habe oder die Helligkeit dauerhaft hochsetzen musste, fiel die Laufzeit eher durchschnittlich aus. Das ist verständlich, aber man sollte es wissen, wenn man plant, mit dem Tablet intensiver zu arbeiten oder es als Hauptgerät mitzunehmen.
Insgesamt hinterlässt das Note Air5 C einen sehr soliden Eindruck, auch wenn es nicht in jedem Punkt glänzt. Die Farbauflösung ist deutlich niedriger als die Schwarz-Weiß-Schärfe, der Akku reagiert spürbar auf hohe Helligkeitsstufen, der Stift kann die Seitentaste berühren und das Cover wirkt zwar hochwertig, könnte aber nach Jahren Gebrauch Abnutzungserscheinungen zeigen. Dennoch ist die Flexibilität durch Android, Apps, die Tastatur-Option und die microSD-Erweiterung für mich ein klarer Vorteil. Mein Kollege Anton, der das Note Air 3C getestet hatte, beschrieb das Vorgängermodell ähnlich – und ich würde sagen: Das Note Air5 C ist eine Weiterentwicklung, aber kein großer Sprung.


Mein Fazit zum BOOX Note Air5 C: Solides E-Ink Tablet mit kleinen Schwachstellen
Für mich ist das BOOX Note Air5 C ein gelungenes, vielseitiges und hochwertiges ePaper-Tablet, das besonders in den Bereichen Schreiben, Arbeiten, Lesen und kreatives Skizzieren punktet. Die Kombination aus einem angenehmen Schreibgefühl, der optionalen Tastatur, Android 15 und einem großen Funktionsumfang macht es zu einem sehr flexiblen Arbeitsgerät. Wer sich bewusst ist, dass die Farbauflösung technisch begrenzt ist und dass die Akkulaufzeit bei hoher Helligkeit nicht ganz an klassische E-Ink-Reader herankommt, bekommt ein starkes Gesamtpaket, das viel Freude macht.
| Pro | Neutral | Contra |
| Verarbeitung/Qualität | Helligkeit | Auflösung bei Farbdarstellung |
| Zubehör-Produkte | Ghosting | Akkulaufzeit |
| Schreibgefühl | Stift-Position | |
| OTG Kompatibilität | (Cover-Qualität) | |
| Bis zu 2 TB MicroSD |
Für meinen Alltag war es ein zuverlässiger und vielseitiger Begleiter, der vor allem durch seine Offenheit und seine angenehme Haptik überzeugt hat. Kein revolutionärer Sprung, aber eine sehr gelungene Evolution im BOOX-Universum. Wer jedoch ein typisches Tablet zum Medienkonsum für YouTube und Netflix sucht, ist natürlich weiterhin mit einem iPad besser bedient. Je nach Angebot erhaltet ihr das BOOX Note Air5 C für circa 529,99 Euro.
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