FLOOR ONE S9 Station Scientist Test – Heißwasser & Selbstbefüllung

Nachdem ich bereits einige Geräte von Tineco getestet habe, war ich gespannt auf den neuen FLOOR ONE S9 Station Scientist. Mit den bisherigen Geräten der Marke war ich bei Reinigungsleistung, Bedienung und Verarbeitung meistens zufrieden. Erst vor kurzem habe ich beispielsweise den FLOOR ONE S9 Artist Boost Steam testen dürfen und war sehr begeistert. Beim S9 Scientist geht Tineco allerdings noch einen Schritt weiter und kombiniert den Nass-Trockensauger mit einer Station, die Frischwasser automatisch nachfüllt und bei Bedarf auf 60 °C erhitzt.

Tineco S9 Station Scientist neben einem weiteren Tineco

Ich habe den FLOOR ONE S9 Station Scientist im Alltag ausprobiert und dabei vor allem auf die Reinigungsleistung, das Handling und die anschließende Reinigung des Geräts geachtet. Einige Dinge gefallen mir richtig gut. Dazu gehört vor allem die Kombination aus heißem Wasser und dem Wasserstrahl an der Bürste. Gleichzeitig gibt es aber auch ein paar Punkte, bei denen ich mir für den Preis noch etwas mehr wünschen würde.

Hochwertige Verarbeitung und ein überraschend flexibles Design

Optisch und haptisch macht der FLOOR ONE S9 Station Scientist einen hochwertigen Eindruck. Die Verarbeitung wirkt solide und auch die Bedienung ist für mich typisch Tineco: einschalten, Modus auswählen und loslegen. Im Lieferumfang liegen neben der Station unter anderem drei Bürstenrollen und drei Filter bei. Gerade die zusätzlichen Verbrauchsteile finde ich praktisch, weil ich damit direkt etwas Reserve habe. Das ist bei dem aufgerufenen Preis aus meiner Sicht auch nötig, auch wenn viele Konkurrenten das nicht bieten.

Tineco S9 Station Scientist Lieferumfang

Led an der Frontbuerste

Sehr gut gefällt mir die LED-Beleuchtung an der Frontbürste. Gerade bei dunkleren Stellen unter Möbeln sehe ich dadurch deutlich besser, wo sich Schmutz befindet. Dazu kommt die flache Bauform. Der S9 Scientist lässt sich weit nach unten legen und kommt dadurch auch unter niedrige Möbel. Das macht im Alltag einen spürbaren Unterschied. Allerdings ist die Bürste selbst durch den oberliegenden Wassertank nicht die niedrigste, dennoch sind 11 Zentimeter ein ein konkurrenzfähiger Wert. Beim Tragen über mehrere Etagen merkt man allerdings das Gewicht. Mit rund 5,6 Kilogramm ohne Flüssigkeit ist der S9 Scientist aber noch ihm Rahmen. Beim eigentlichen Reinigen fällt das für mich weniger ins Gewicht, da das Gerät sehr flexibel bewegt werden kann. Die SmoothDrive-Technologie unterstützt dabei die Bewegung nach vorne und hinten und macht enge Kurven einfacher.

Reinigungsleistung: Heißes Wasser hilft bei hartnäckigem Schmutz

Bei der Reinigungsleistung bin ich mit dem FLOOR ONE S9 Station Scientist sehr zufrieden. Der Nass-Trockensauger nimmt normalen trockenen Schmutz ebenso auf wie Flüssigkeiten und nasse Verschmutzungen. Besonders interessant finde ich dabei die HydroBurst-Funktion. Auf Knopfdruck wird vorne an der Bürste ein gezielter Wasserstrahl abgegeben. Solange man drückt, solange sprüht es. Gerade bei eingetrockneten Flecken ist das für mich praktisch. Ich kann die Stelle gezielt mit heißem Wasser behandeln und anschließend darüberwischen. Die Kombination aus Wasserstrahl und Bürste macht die Reinigung dadurch spürbar angenehmer.

Wasserstrahl an der Fronstbuerste
Der Heißwasser-Strahl sorgt bei Bedarf für eine kraftvolle Reinigung

Spritzender Wasserstrahl an der Fronstbuerste des Tineco S9

Eine richtige Schrubbelfunktion wie beim S9 Steam fehlt allerdings. Für eine spätere Generation wäre genau diese Kombination aus Wasserstrahl und zusätzlicher „Schrubbfunktion“ für mich eine sehr interessante Weiterentwicklung. Ebenfalls gut gefällt mir die integrierte Gummilippe an der Vorderseite der Bürste. Diese zieht sich beim Vorwärtsfahren zurück und senkt sich beim Zurückziehen ab. Dadurch wird überschüssiges Wasser aufgenommen und der Boden bleibt trockener. Gerade bei der Reinigung in Randbereichen macht sich das bemerkbar. Auch die dreiseitige Kantenreinigung funktionierte in meinem Alltag gut. Die Bürste kommt sehr nah an Kanten und Ecken heran, sodass ich dort deutlich weniger manuell nacharbeiten muss.

Die Station des FLOOR ONE S9 Station Scientist ist für mich eines der Highlights

Ein Punkt, den ich beim FLOOR ONE S9 Station Scientist besonders interessant finde, ist die Station. Der 5-Liter-Frischwasserbehälter kann das Gerät automatisch mit Wasser versorgen. Noch praktischer finde ich, dass das Wasser in der Station auf bis zu 60 °C erhitzt werden kann. So muss ich nicht jedes Mal selbst heißes Wasser bereitstellen. Diese Lösung kannte ich bei einem solchen Nassreiniger bisher so nicht und finde sie im Alltag wirklich praktisch. Gerade wenn ich mehrere Räume hintereinander reinigen möchte, muss ich mich weniger um das Nachfüllen kümmern.

Wassertank Station inklusive Reinigungsmittel
Das beiliegende Reinigungsmittel sollte gering dosiert werden

Befuellen der Station

Tineco S9 Station Scientist auf der Selbstreinigungsstation

Nach der Reinigung übernimmt die Station außerdem die Selbstreinigung. Besonders gut gefällt mir hier die FlashDry-Trocknung. Die Bürste wird dabei mit heißer Luft getrocknet und der schnelle Trocknungsvorgang dauert laut Hersteller nur etwa 5 Minuten. Bei meinem Test finde ich genau das sehr angenehm, denn die Bürsten fangen dadurch nicht an unangenehm zu riechen. Wer es leiser möchte, kann außerdem den SilentDry-Modus verwenden. Der Vorgang dauert dann deutlich länger, ist dafür aber wesentlich ruhiger. Das ist beispielsweise abends praktisch, wenn ich die Reinigung nicht unnötig laut in der Wohnung laufen lassen möchte.

Akkulaufzeit, Bedienung und ein kleiner Kritikpunkt

Die Bedienung des S9 Scientist ist für mich angenehm unkompliziert. Die verschiedenen Modi lassen sich direkt am Gerät auswählen und auch die automatische Anpassung der Saugleistung nimmt mir im Alltag einiges an Arbeit ab. Die Akkulaufzeit hat mich ebenfalls überzeugt und entspricht meinen Erwartungen beziehungsweise den Herstellerangaben. Je nach Modus sind laut den freigegebenen technischen Daten bis zu 70 Minuten möglich. Je nach Modus erreicht man realistisch im Auto-Modus 30-50 Minuten.

Flache Reinigunge unter Moebeln

Floor One Scientist Screenshot

Eine kleine Einschränkung gibt es für mich bei der App. Der S9 Scientist unterstützt zwar eine App-Anbindung, benötigt diese für die normale Nutzung aber nicht. Das ist gut, denn ich persönlich möchte einen Nassreiniger einfach benutzen können, ohne mich zwingend mit einer App beschäftigen zu müssen. Weniger gut gefällt mir dagegen, dass nur 2,4-GHz-WLAN unterstützt wird.

Für die eigentliche Reinigung ist das natürlich kein Problem. Wer die App nutzen möchte, sollte diesen Punkt beim Einrichten aber im Hinterkopf behalten. Beim Material muss ich außerdem einen kleinen Kritikpunkt loswerden. Die glänzenden Bereiche an der Bürste sind ziemlich empfindlich und bekommen bei mir relativ schnell Kratzer. Das beeinflusst die Funktion nicht, ist bei einem ansonsten hochwertigen Gerät aber schade.

Pro Contra
Sehr gute Reinigungsleistung Empfindliche Hochglanzflächen bekommen schnell Kratzer
Heißwasserfunktion in der Station Relativ schwer beim Tragen über mehrere Etagen
Wasserstrahl an der Frontbürste Nur 2,4-GHz-WLAN
Gummilippe für weniger Wasser auf dem Boden Keine rückwärts drehende Bürstenfunktion zum Schrubben
Sehr gute Akkulaufzeit Preislich eher hoch
5-Minuten-Heißlufttrocknung
Flache Bauweise und flexibles Handling
Dreiseitige Kantenreinigung
Drei Bürstenrollen und drei Filter im Lieferumfang

Tineco S9 Station Scientist Rueckansicht

Schmutzwassertank und Frischwassertank

Preislich würde ich beim FLOOR ONE S9 Station Scientist zunächst etwas abwarten. Die UVP liegt bei 799 Euro, während das Gerät bei OTTO aktuell günstiger angeboten wird. Hier werden im Moment „nur“ 729 Euro fällig. Für mich ist der S9 Scientist damit definitiv kein günstiger Nass-Trockensauger. Die Kombination aus Station, Heißwasser, automatischem Nachfüllen und schneller Trocknung ist allerdings auch deutlich umfangreicher als bei einfacheren Modellen. Gerade weil das Gerät noch relativ neu ist, würde ich persönlich auf ein gutes Angebot warten.

Fazit zum FLOOR ONE S9 Station Scientist

Der FLOOR ONE S9 Station Scientist hat mich im Alltag vor allem mit seiner Reinigungsleistung, der Heißwasserfunktion und der praktischen Station überzeugt. Gerade der Wasserstrahl vorne an der Bürste hilft mir bei eingetrockneten Flecken und die automatisch absenkende Gummilippe sorgt dafür, dass weniger Wasser auf dem Boden zurückbleibt. Sehr praktisch finde ich außerdem die 5-Minuten-Heißlufttrocknung. Die Bürsten müffeln bei mir dadurch nicht und ich muss mich nach dem Putzen deutlich weniger um die Pflege kümmern. Auch die Akkulaufzeit passt für mich und die flache Bauweise macht den S9 Scientist angenehm flexibel.

Tineco S9 Station Scientist auf seiner Station

Flache Bauform eines Tineco Nass Trockensaugers

Ganz perfekt ist das Gerät für mich trotzdem nicht. Die Hochglanzflächen an der Bürste sind empfindlich und das Gewicht merkt man beim Tragen über mehrere Etagen. Auch die fehlende rückwärts drehende Bürstenfunktion zum Schrubben hätte ich gerne gesehen. Gerade die Kombination aus dieser Funktion und dem Heißwasserstrahl wäre für mich bei einem zukünftigen Modell richtig spannend. Ich habe inzwischen schon einige Tineco-Geräte genutzt und war mit der Marke bisher immer zufrieden.

Der S9 Scientist bestätigt diesen Eindruck für mich. Wer einen leistungsstarken Nass-Trockensauger mit komfortabler Station sucht und bereit ist, dafür etwas mehr auszugeben, bekommt hier ein sehr rundes Gesamtpaket. Ich würde allerdings nicht unbedingt die UVP bezahlen, sondern auf ein gutes Angebot warten. Ansonsten gibt es den FLOOR ONE S9 Station Scientist für 729 Euro bei Otto im Angebot.

Tineco S9 Station Scientist

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Lucas Klemp

Hey, mein Name ist Lucas und ich bin seit 2018 Teil des Gadget-Rausch Teams. Meine Leidenschaft sind vor allem Technik-Gadgets, insbesondere den Bereich Smart Home und alles rund um Apple finde ich dabei besonders spannend.

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