Ich habe bereits einige Überwachungskameras von Reolink getestet und nutze neben leistungsstärkeren Modellen auch mehrere günstige Einsteigerkameras für unter 50 Euro dauerhaft an verschiedenen Orten. Entsprechend gut kenne ich die App und die grundsätzliche Ausrichtung des Herstellers. Erst vor kurzem habe ich die Reolink OMVI 3i Wifi getestet. Mit der Reolink OMVI 2i Ultra geht Reolink einen interessanten Weg: Statt mich auf einen einzelnen Kamerablickwinkel zu beschränken, bekomme ich hier zwei Kameras, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen können. Im Alltag finde ich das ziemlich praktisch, denn gerade im Garten möchte ich möglichst viel im Blick behalten, ohne die Kamera ständig neu ausrichten zu müssen.

Bei der Reolink OMVI 2i Ultra kommen eine fest ausgerichtete Weitwinkelkamera und eine schwenk- und neigbare PT-Kamera zusammen. Dazu gibt es einen wechselbaren Akku und ein Solarpanel, das die Stromversorgung im Alltag deutlich vereinfachen kann. Ich habe mir vor allem die Verarbeitung, die Einrichtung, die flexiblen Blickwinkel und die Alltagstauglichkeit angesehen. Ganz ohne Kritik komme ich dabei allerdings nicht aus – vor allem beim Preis habe ich noch eine leicht andere Erwartung.
Design, Verarbeitung und Lieferumfang: Solide gebaut und flexibel montiert
Schon beim Auspacken macht die Reolink OMVI 2i Ultra einen hochwertigen Eindruck. Die Verarbeitung gefällt mir gut und auch beim Lieferumfang habe ich wenig auszusetzen. Besonders praktisch finde ich das mitgelieferte 3 Meter lange USB-C-Verlängerungskabel für das Solarpanel. Damit bin ich bei der Montage flexibler und muss das Panel nicht direkt neben oder auf der Kamera platzieren (was aber auch geht). Gerade an einer Hauswand oder im Garten kann das einen spürbaren Unterschied machen, wenn ich einen geeigneten Platz mit möglichst viel Sonne suche.



Die Kamera selbst ist in Weiß gehalten. Das wirkt ordentlich, allerdings würde ich mir zusätzlich eine schwarze Variante wünschen. An einer dunklen Fassade oder unter einem dunklen Dach könnte ich mir diese optisch deutlich besser vorstellen. Das ist kein funktionaler Nachteil, aber eine zusätzliche Farboption wäre für mich eine sinnvolle Ergänzung.
Bei der Montage hatte ich keine größeren Schwierigkeiten. Die Installation ist simpel und auch die Einrichtung über die Reolink-App geht unkompliziert von der Hand. Positiv fällt mir außerdem der wechselbare Akku auf. Ich muss die Kamera dadurch nicht zwangsläufig ersetzen, wenn ich den Akku irgendwann austauschen möchte. Zusammen mit dem Solarpanel ergibt sich für mich ein durchdachtes Konzept für eine kabellose Überwachung im Außenbereich.


Wichtige Ergänzung zum Solarpanel: Dieses kann bei Bedarf direkt auf der Kamera-Oberseite montiert werden. Wenn die Kamera also beispielsweise an einer Hauswand installiert ist, dient es so gleich als Schutz vor Witterung (Regen, Schnee und Eis) und ist zeitgleich in einer guten Position zur Sonne. In meinem Fall habe ich es jedoch bedingt durch den Ort der Kamera immer getrennt aufgebaut. Sprich: Kamera an Position 1 und Solarpanel per Kabel an Position 2.
Reolink OMVI 2i Ultra im Praxistest: Zwei Blickfelder sind der größte Vorteil
Für mich liegt die größte Stärke der Kamera in der Kombination aus zwei unterschiedlichen Blickfeldern. Die fest ausgerichtete Weitwinkelkamera löst mit 4K beziehungsweise 8 Megapixeln auf und erfasst horizontal einen Bereich von 110 Grad. Die zusätzliche PT-Kamera arbeitet mit 5 Megapixeln und lässt sich schwenken und neigen. Laut Datenblatt sind horizontal bis zu 360 Grad und vertikal bis zu 55 Grad möglich. Dadurch kann ich die Überwachung deutlich flexibler gestalten als mit einer einzelnen Kamera mit festem Blickwinkel.


Im Alltag gefällt mir besonders, dass ich zwei Blickfelder gleichzeitig abdecken kann. Während die Weitwinkelkamera einen größeren Bereich im Auge behält, kann ich die bewegliche Kamera auf einen anderen Abschnitt ausrichten oder für die Verfolgung einer erkannten Bewegung nutzen. Gerade im Garten ist das praktisch, wenn ich beispielsweise sowohl einen größeren Bereich als auch einen bestimmten Zugang überwachen möchte. Die bewegliche Kamera lässt sich außerdem bequem über die App ausrichten.
Auch die automatische Verfolgung gehört zu den interessanten Funktionen. Erkennt die Weitwinkelkamera ein Ziel, kann die PT-Kamera dieses verfolgen und dabei auch näher heranholen. Das ist für mich ein sinnvoller Ansatz, weil der ursprüngliche Bereich durch die fest ausgerichtete Kamera weiterhin sichtbar bleibt. Die PT-Kamera kann Bewegungen zudem eigenständig erkennen und verfolgen. Mit der Panoramaanzeige lässt sie sich außerdem gezielt auf einen bestimmten Bereich ausrichten. Wie man es von Reolink kennt, natürlich per KI.

Bei der Nachtsicht gefällt mir vor allem das helle Licht. Wenn ich abends den Außenbereich kontrolliere, ist die zusätzliche Beleuchtung eine sinnvolle Ergänzung. Die Kamera unterstützt sowohl Infrarot- als auch Farb-Nachtsicht. Dazu kommen eine Bewegungserkennung für Personen, Fahrzeuge und Tiere sowie eine integrierte Sirene und Zwei-Wege-Audio. Ich bekomme damit ein ziemlich umfangreiches Funktionspaket, ohne dafür eine separate Stromversorgung verlegen zu müssen.
App, Akku und Solarpanel: Im Alltag unkompliziert
Mit der Reolink-App komme ich gewohnt gut zurecht. Die Einrichtung ist einfach und auch die verfügbaren Funktionen gefallen mir. Ich kann die Kamera ausrichten, Aufnahmen kontrollieren und die verschiedenen Überwachungsmöglichkeiten nutzen. Im Vergleich zu meinen bisherigen Erfahrungen mit Reolink gibt es hier keine grundsätzliche Überraschung. Die App ist zuverlässig und für mich ein wichtiger Teil des Gesamtpakets.


Trotzdem sehe ich noch etwas Luft nach oben. Bei der Bedienung dürfte die App für meinen Geschmack an einigen Stellen flüssiger, schneller und direkter reagieren. Das ist kein gravierender Mangel, fällt mir aber auf, wenn ich die Kamera häufiger kontrolliere oder Einstellungen ändere. Gerade bei einem ansonsten durchdachten Produkt wünsche ich mir, dass auch die Bedienung jederzeit möglichst unmittelbar funktioniert.
Die Akkulaufzeit ordne ich als ordentlich ein. Ohne Solarunterstützung kam ich bei meiner Nutzung nach einem Monat hochgerechnet auf ungefähr 100 Tage. Dabei hatte ich temporäre Aufzeichnungen im Garten aktiviert und ungefähr ein- bis zweimal täglich in die Kamera geschaut. Das ist mein persönlicher Erfahrungswert und keine allgemeingültige Laufzeit, denn die tatsächliche Ausdauer hängt unter anderem von den Einstellungen und der Nutzung ab.


Das Solarpanel ist für mich deshalb eine sinnvolle Ergänzung. Es kann den Akku bei ausreichender Sonneneinstrahlung nachladen und reduziert den Aufwand für das manuelle Laden. Reolink gibt für den 10.000-mAh-Akku eine Laufzeit von bis zu sechs Monaten an; außerdem soll das 6-Watt-Solarpanel mit etwa 30 Minuten Sonne am Tag den laufenden Betrieb unterstützen. Diese Herstellerangaben hängen natürlich von den jeweiligen Bedingungen ab. Ich finde vor allem die Kombination aus kabelloser Installation, wechselbarem Akku und Solarversorgung überzeugend.
Auch bei der Speicherung gibt es flexible Möglichkeiten. Die OMVI 2i Ultra unterstützt eine microSD-Karte mit bis zu 512 GB und ist mit der Reolink-Home-Hub-Serie kompatibel. Eine Speicherkarte liegt allerdings nicht bei. Ich muss also zusätzliche Kosten einplanen, wenn ich direkt mit lokaler Speicherung auf einer microSD-Karte starten möchte.
| Pro | Contra |
| Hochwertige Verarbeitung + gute Bildqualität (auch nachts!) | Nur in Weiß erhältlich |
| Zwei gleichzeitig nutzbare Blickfelder | Keine microSD-Karte im Lieferumfang |
| Einfache Montage und App-Einrichtung | App könnte flüssiger reagieren |
| 3 Meter langes Verlängerungskabel für das Solarpanel | Aktueller Preis von 206,99 Euro recht hoch |
| Wechselbarer Akku und Solarunterstützung | Akku ohne Solar bei meiner Nutzung nach etwa 100 Tagen leer |
| Flexible Ausrichtung und helle Beleuchtung | Schwarze Farbvariante fehlt |
Fazit zur Reolink OMVI 2i Ultra
Die Reolink OMVI 2i Ultra gefällt mir vor allem wegen ihres flexiblen Überwachungskonzepts. Ich kann mit zwei Blickfeldern arbeiten, die bewegliche Kamera gezielt ausrichten und erkannte Bewegungen verfolgen lassen, während die Weitwinkelkamera weiterhin einen größeren Bereich erfasst. Dazu kommen die gute Verarbeitung, die einfache Installation, der wechselbare Akku und das mitgelieferte Solarpanel. Gerade für den Garten oder die Überwachung mehrerer Zugänge finde ich diese Kombination sinnvoll.


Ganz perfekt ist die Kamera für mich trotzdem nicht. Eine schwarze Farbvariante würde ich begrüßen, eine microSD-Karte hätte ich gerne direkt im Karton und bei der App wünsche ich mir etwas mehr Tempo. Mein größter Kritikpunkt bleibt aber der Preis: Aktuell kostet die Kamera 206,99 Euro. Für diesen Betrag bekomme ich zwar ein vielseitiges Gesamtpaket, ich würde allerdings auf ein noch besseres Angebot warten.
Meine Kaufempfehlung fällt deshalb positiv, aber preisabhängig aus. Wenn ich zwei Bereiche gleichzeitig überwachen möchte und Wert auf Solarversorgung sowie eine flexible PT-Kamera lege, ist die Reolink OMVI 2i Ultra für mich eine sehr solide Lösung. Für rund 180 Euro würde ich sie noch deutlich attraktiver finden. Zu diesem Preis wäre das Gesamtpaket aus meiner Sicht besonders interessant.
Reolink OMVI 2i Ultra kaufen


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