Reolink ist für mich schon lange kein unbekannter Name mehr. Ich habe bereits mehrere Kameras des Herstellers im Einsatz und war bislang immer zufrieden. Gerade was Zuverlässigkeit, Bildqualität und die App angeht, konnte mich Reolink in der Vergangenheit überzeugen. Zuletzt hatte ich auch die Reolink Altas getestet, die ebenfalls einen soliden Eindruck hinterlassen hat. Entsprechend gespannt war ich auf die Reolink Solar Floodlight Cam, die Kamera und Flutlicht in einem Gerät kombiniert und komplett kabellos per Solar betrieben werden kann.

Design, Verarbeitung und erster Eindruck – das könnt ihr erwarten
Beim Auspacken fällt direkt auf, dass die Reolink Solar Floodlight Cam deutlich größer ist als klassische Überwachungskameras. Das liegt vor allem an den integrierten Flutlichtern, die links und rechts angebracht sind. Optisch ist sie dadurch definitiv auffälliger – das sollte man bei der Platzierung im Hinterkopf behalten. Eine schwarze Variante gibt es leider nicht, was die Sichtbarkeit zusätzlich erhöht. Die beiden Flutlichtmodule können dabei um je bis zu 90 Grad angewinkelt werden. Im Lieferumfang ist alles, was man zur Montage benötigt sowie zusätzlich eine Anleitung und ein USB C Ladekabel, falls das Solarpanel mal nicht ausreichen sollte – dazu aber später mehr.


Die Verarbeitung gefällt mir dafür sehr gut. Alles wirkt stabil, sauber verarbeitet und für den Außeneinsatz gemacht. Mit einer IP66-Zertifizierung ist die Kamera auch gegen Regen und Staub geschützt, was in der Praxis natürlich wichtig ist. Die Anschlüsse für USB C und MicroSD Karte sind dabei auf der Unterseite, was neben der Gummi-Abdichtung den Schutz gegenüber Regen zusätzlich erhöht.
Die Halterung ist grundsätzlich solide, allerdings muss ich sagen: Der Kugelkopf ist bei der Montage etwas frickelig. Gerade wenn man die Kamera exakt ausrichten will, braucht man ein wenig Geduld. Das hätte man meiner Meinung nach etwas einfacher lösen können. Zur Fixierung ist eine Art Kunststoff-Schraubschlüssel im Lieferumfang enthalten. Immerhin wirkt der Kugelkopf deutlich massiver und stabiler als bei kleineren Kameramodellen.


Einrichtung und App – angenehm unkompliziertes Setup der Reolink Solar Floodlight Cam
Die Einrichtung lief bei mir typisch Reolink: schnell und unkompliziert. Über die App wird man Schritt für Schritt durch den Prozess geführt, und innerhalb weniger Minuten war die Kamera einsatzbereit. Den dabei generierten QR-Code sollte man zur Sicherheit separat abspeichern, falls man diesen noch einmal benötigt. Besonders positiv finde ich, dass die Reolink Solar Floodlight Cam sowohl 2,4 GHz als auch 5 GHz WLAN unterstützt. Das ist längst nicht selbstverständlich in dieser Kategorie und sorgt bei mir für eine stabile Verbindung.


Die App selbst ist übersichtlich aufgebaut. Live-Ansicht, Einstellungen, Aufnahmen – alles ist schnell erreichbar. Auch Funktionen wie Benachrichtigungen oder die Steuerung des Flutlichts lassen sich einfach konfigurieren. Insgesamt ein sehr angenehmes Gesamtpaket. Die KI-Erkennung von Personen, Tieren und Bewegungen allgemein hat bei mir in der Regel gut funktioniert und man merkt, dass sich die Funktion in den letzten Jahren weiterentwickelt hat, gerade wenn man 4-5 Jahre zurückdenkt.

Die Kernfunktionen: Bildqualität, Nachtsicht und Flutlicht
Kommen wir zum wichtigsten Punkt: der eigentlichen Leistung der Kamera. Die Reolink Solar Floodlight Cam bietet eine 2K-Auflösung mit 4 MP (2560 x 1440), was in der Praxis für ein scharfes und detailreiches Bild sorgt. Gerade tagsüber ist die Qualität wirklich gut und reicht locker aus, um Personen oder Fahrzeuge klar zu erkennen. Dennoch hätte ich mir je nach Situation eine 4K-Auflösung gewünscht. Wie bei Kameras gilt jedoch immer: Auflösung ist nicht alles, auf die Sensorgröße kommt es an, gerade im Dunkeln.


Mit einem Sichtfeld von bis zu 150 Grad deckt die Kamera zudem einen großen Bereich ab – ideal für Einfahrten, Höfe oder Gärten. Dadurch muss man aber auch mit leicht verzerrten Rändern rechnen. Nachts wird es dann besonders interessant, denn hier spielt die Kombination aus Kamera und Flutlicht ihre Stärke aus. Die integrierten LEDs liefern bis zu 1000 Lumen Helligkeit. Das ist deutlich mehr als bei typischen Kameras mit kleinem Spotlight und sorgt für eine echte Ausleuchtung der Umgebung.
Allerdings: Die Helligkeit muss man in der App aktiv höher einstellen, um das volle Potenzial auszuschöpfen. Standardmäßig ist sie eher moderat eingestellt. Die Farbnachtsicht funktioniert dank des Flutlichts ebenfalls gut. Alternativ gibt es auch klassische IR-Nachtsicht mit einer Reichweite von bis zu etwa 10 Metern. Wer also nachts unauffällig Bewegungen aufzeichnen möchte, kann auch das tun. Ein kleiner Kritikpunkt ist das sogenannte Ghosting – also leichte Schlieren bei Bewegungen im Bild. Das fällt zwar nicht extrem auf, ist aber vorhanden.


Im Alltag: Solar, Akku und Dauerbetrieb
Ein großes Highlight der Reolink Solar Floodlight Cam ist natürlich die Stromversorgung. Die Kamera besitzt einen integrierten Akku mit 7800 mAh und wird über ein 3 Watt Solarpanel geladen. In der Praxis funktioniert das erstaunlich gut. Laut Hersteller reicht bereits etwa eine Stunde Sonnenlicht für kontinuierlichen Betrieb, und bei voller Ladung sind bis zu drei Monate Nutzung möglich – abhängig von der Nutzung und den Auslösern.
Ich konnte im Test bestätigen, dass die Akkulaufzeit sehr solide ist. Als Praxisbeispiel: Bei voller Sonneneinstrahlung konnte die Kamera in circa 3-4 Stunden in etwa 10 Prozent Akku aufladen. Gerade bei moderater Nutzung muss man sich kaum Gedanken über das Laden machen. Das ist ein großer Vorteil gegenüber klassischen kabelgebundenen Lösungen.


Ein kleiner Nachteil ist allerdings das Solarpanel selbst: Es lässt sich nicht im Winkel verstellen. Das schränkt die Flexibilität bei der Montage etwas ein, besonders wenn die Sonneneinstrahlung nicht optimal ist. Das sollte man bei der Wahl der Platzierung definitiv beachten. Zudem vergessen viele den Sonnenverlauf je nach Jahreszeit. Gerade im Winter findet man hier völlig andere Bedingungen vor. Wer also ein Intensiv-Nutzer der Kamera ist und wenig Sonne im Winter vorfindet, kommt eventuell nicht um eine Zwischenladung via USB C herum.
Kleiner Tipp: Doppel-Solar. Es wäre zudem denkbar ein weiteres Solarpanel zu kaufen und dieses per Kabel ein Stück weiter weg zu positionieren und der Kamera somit mehr Ladung über zwei Panels (integriert und extern) zu liefern. Das kann gerade bei Platzierung der Kamera bei wenig Sonneneinstrahlung praktisch sein.


App-Überblick: Funktionen und smarte Features
Auch bei den Funktionen hat die Reolink Solar Floodlight Cam einiges zu bieten. Besonders praktisch finde ich die KI-Erkennung, die zwischen Personen, Fahrzeugen und Tieren unterscheiden kann. Dadurch lassen sich Fehlalarme beziehungsweise Push-Nachrichten deutlich reduzieren. Das Flutlicht kann außerdem gezielt auf bestimmte Ereignisse reagieren – zum Beispiel nur bei erkannten Personen. Das sorgt für mehr Kontrolle und weniger unnötige Aktivität. Funktioniert aber auch nur, wenn die Position und Beleuchtung der Kamera entsprechend gut konfiguriert ist. Weitere Features sind unter anderem:
- Zwei-Wege-Audio (sprechen und hören über die Kamera)
- Sirene mit bis zu 110 dB
- Unterstützung von microSD-Karten bis 512 GB
- Kein Abo notwendig für die Nutzung
- Kompatibilität mit Smart-Home-Systemen (kein natives Apple HomeKit)


Ein kleiner Minuspunkt: Eine SD-Karte liegt nicht im Lieferumfang bei. Das ist zwar kein großes Problem, hätte aber ruhig dabei sein können. Hier sollte man beim Kauf darauf achten, eine MicroSD Karte zu wählen, die mit dem häufigen Schreiben und Lesen der Kamera zurecht kommt und dadurch langlebiger ist. Gerade günstige MicroSD Karten bieten diese Eigenschaft oft nicht.
Mein ehrliches Fazit: Starkes Gesamtpaket mit kleinen Schwächen zu einem fairen Preis
Unterm Strich bin ich mit der Reolink Solar Floodlight Cam zufrieden. Die Kamera liefert eine gute Bildqualität, eine starke Nachtsicht und vor allem ein wirklich helles Flutlicht, das sich auch zur Beleuchtung eignet. Besonders überzeugt haben mich die einfache Einrichtung, die stabile App und die zuverlässige Solar- und Akkuleistung. Auch die Unterstützung von 5 GHz WLAN ist ein klarer Pluspunkt.
| Pro | Contra |
| Nachtsicht und Flutlicht | Solarpanel Winkel nicht justierbar |
| Akkulaufzeit und Solar | Keine SD-Karte im Lieferumfang |
| Gute App-(Funktionen) | Montage Kugelkopf etwas fummelig |
| 5 GHz WLAN Unterstützung | |
| Simple Einrichtung |


Es gibt aber auch ein paar Dinge, die man beachten sollte: Die Kamera ist optisch auffällig und nicht in Schwarz erhältlich. Außerdem ist die Montage durch den Kugelkopf etwas fummelig, und das Solarpanel bietet keine flexible Ausrichtung. Auch sollte man den zusätzlichen Kauf einer SD Karte oder der optionalen Reolink Homebase mitbeachten. Wer allerdings eine Kombination aus Überwachung und Beleuchtung sucht – zum Beispiel für einen Hof oder eine Einfahrt – bekommt hier ein wirklich gutes Gesamtpaket.
Genau dafür ist die Reolink Solar Floodlight Cam meiner Meinung nach gemacht. Bedenkt man noch den UVP-Preis von 99 Euro, ist die Kombination aus Solar, 2K, Bewegungsmelder und 2 Flutlichtern ebenso ein guter Deal. Wer Interesse hat findet die Reolink Solar Floodlight Cam auf der Hersteller-Webseite oder bei den bekannten Händlern.
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