Die aktuellsten Tineco-Geräte haben wir bereits ausprobiert, deshalb war ich auch gespannt, was der neue FLOOR ONE S9 Artist Boost Steam im Alltag so alles kann. Mein Kollege Aaron hat erst im vergangenen Jahr die vorherige Version des Tineco FLOOR ONE S9 Artist getestet. Ich persönlich habe mit Tineco bisher durchweg gute Erfahrungen gemacht und die Marke ist für mich inzwischen auch auf dem deutschen Markt etabliert.

Der Tineco FLOOR ONE S9 Artist Boost Steam geht allerdings noch einen Schritt weiter und kombiniert die klassische Nassreinigung mit heißem Dampf. Genau diese Kombination finde ich spannend, denn gerade festgetrocknete Verschmutzungen lassen sich damit deutlich einfacher lösen. Ich habe den Nass-Trockensauger im Alltag ausprobiert und dabei besonders auf die Reinigungsleistung, Bedienung, Verarbeitung und anschließende Pflege geachtet. Einige Dinge gefallen mir richtig gut, an anderen Stellen sehe ich aber noch Verbesserungspotenzial.
Design & Handling: Hochwertig, flach und einfach zu bedienen
Optisch macht der FLOOR ONE S9 Artist Boost Steam für mich einen sehr soliden Eindruck. Die Verarbeitung wirkt hochwertig und auch die Bedienung ist angenehm simpel. Ich muss mich nicht lange mit irgendwelchen Einstellungen beschäftigen, sondern kann das Gerät einschalten und direkt mit der Reinigung beginnen. Das gefällt mir im Alltag sehr gut. Ein Knopf zum Wechseln der Modi, ein Dampfknopf, sowie An/Aus – fertig. Praktisch finde ich außerdem das LED-Licht an der Frontbürste.
Gerade bei schlechteren Lichtverhältnissen sehe ich dadurch Staub und Schmutz deutlich besser. Solche kleinen Details sind für mich bei einem Nassreiniger tatsächlich sinnvoll, weil sich auf dem Boden gerade unter Möbeln schnell Stellen verstecken, die ich bei normalem Licht übersehe.


Ein weiterer Pluspunkt ist die flache Bauform. Der S9 Artist Boost Steam lässt sich dadurch weit unter Möbel schieben und erreicht auch Bereiche, an die ich mit einem klassisch aufgebauten Nassreiniger nicht so einfach komme. Das macht sich im Alltag schnell bemerkbar. Weniger begeistert bin ich von den glänzenden Oberflächen. Diese sehen zwar schick aus, bekommen bei mir aber relativ schnell Kratzer. Bei einem Gerät dieser Preisklasse hätte ich mir hier eine etwas unempfindlichere (matte) Oberfläche gewünscht.
Reinigungsleistung: Hier spielt der FLOOR ONE S9 Artist Boost Steam seine Stärke aus
Bei der eigentlichen Reinigung gibt es für mich deutlich weniger zu kritisieren. Der FLOOR ONE S9 Artist Boost Steam nimmt trockenen Schmutz und Flüssigkeiten auf und kann gleichzeitig den Boden wischen. Die angegebene Saugleistung liegt bei 25.000 Pa. Entscheidend ist für mich aber weniger eine Zahl auf dem Papier, sondern was am Ende auf dem Boden passiert. Und hier bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden.


Besonders interessant wird das Gerät für mich beim heißen Dampf. Der S9 Artist Boost Steam arbeitet mit einer BoostSteam-Funktion und gibt laut Hersteller bis zu 99 °C heißen Dampf am Boden ab. In Kombination mit der rückwärts drehenden Bürstenrolle lassen sich auch festsitzende und hartnäckige Verschmutzungen deutlich besser lösen. Genau diese Funktion gefällt mir richtig gut. Bei eingetrockneten Stellen muss ich dadurch nicht minutenlang über dieselbe Stelle fahren. Der heiße Dampf hilft dabei, den Schmutz zunächst zu lösen, während die Bürstenrolle anschließend die eigentliche Arbeit übernimmt. Für mich ist das einer der größten Unterschiede zu einfacheren Nassreinigern.
Auch die Bedienung gefällt mir. Ich kann zwischen verschiedenen Modi wechseln und es gibt sogar einen leiseren Modus. Gerade wenn ich nicht die volle Leistung benötige, finde ich diese Möglichkeit praktisch. Den Wechsel der Modi kann man auch in der App anders anordnen, wenn man beispielsweise nur den Max-Modus oder Leist-Modus verwendet. Ich persönlich habe in der Regel den Auto-Modus bevorzugt und bei stark verschmutzten Stellen den Dampf-Modus genutzt.


Selbstreinigung und Lieferumfang: Danach erstaunlich wenig Arbeit
Nach der Reinigung übernimmt der S9 Artist Boost Steam einen Teil der Arbeit selbst. Besonders gut gefällt mir die Heißluft-Trocknung der Bürste. Der Trocknungsvorgang dauert im schnellen Modus lediglich rund 5 Minuten. Das ist für mich ein echter Vorteil, denn bei meinen bisherigen Nassreinigern gehört die Pflege der Bürsten zu den Punkten, die mich am meisten nerven. Durch die Trocknung bleiben die Bürsten bei mir deutlich angenehmer und fangen nicht so schnell an zu müffeln. Gerade bei einem Gerät, das regelmäßig mit Schmutzwasser arbeitet, finde ich das wichtig. Wer den Nassreiniger nach jeder Verwendung einfach wieder in die Station stellen möchte, dürfte diese Funktion ebenfalls zu schätzen wissen.
Auch beim Lieferumfang hat Tineco aus meiner Sicht nicht gespart. Drei Rollen und drei Filter sind bereits dabei. Das finde ich gut, weil ich dadurch nicht direkt zusätzliches Zubehör kaufen muss. Etwas umständlicher finde ich dagegen die kleine Öffnung zum Befüllen des Wassertanks. Hier hätte ich mir eine großzügigere Lösung gewünscht. Es funktioniert, könnte für mich aber komfortabler sein.


Bei der Akkulaufzeit bin ich etwas zwiegespalten. Tineco nennt je nach Modus entsprechende Laufzeiten, in meinem Alltag liegt die tatsächliche Ausdauer für mich aber eher unter den Herstellerangaben von 60 Minuten. Für normale Reinigungsrunden reicht der Akku trotzdem aus. Wer allerdings mehrere Etagen am Stück reinigen möchte, sollte diesen Punkt im Hinterkopf behalten. Auch das Gewicht macht sich beim Tragen über mehrere Etagen bemerkbar. Beim eigentlichen Schieben auf dem Boden stört mich das dagegen deutlich weniger.
Einen weiteren kleinen Kritikpunkt gibt es bei der Verpackung. Hier war für meinen Geschmack ziemlich viel Folie und Plastik im Einsatz. Bei einem modernen Produkt würde ich mir an dieser Stelle eine umweltfreundlichere Lösung wünschen. Die App-Anbindung ist grundsätzlich vorhanden, für mich aber kein Muss. Außerdem unterstützt das Gerät beim WLAN nur 2,4 GHz. Da ich den FLOOR ONE S9 Artist Boost Steam auch ohne App problemlos nutzen kann, sehe ich das persönlich nicht als großes Problem.


| Pro | Contra |
| Sehr gute Qualität und Verarbeitung | Glänzende Oberflächen bekommen schnell Kratzer |
| 3 Bürstenrollen und 3 Filter im Lieferumfang | Viel Folie und Plastik in der Verpackung |
| LED-Frontlicht | Kleine Öffnung zum Befüllen des Wassertanks |
| Sehr gute Reinigungsleistung | Nur 2,4-GHz-WLAN |
| Heißer Dampf und rückwärts drehende Bürste | Akkulaufzeit für mich unter Herstellerangabe |
| Heißluft-Trocknung in nur 5 Minuten | Gewicht beim Tragen über mehrere Etagen |
| Flache Bauform | |
| Leiser Modus |
Preislich ist der FLOOR ONE S9 Artist Boost Steam für mich aktuell noch ein Gerät, bei dem ich auf ein gutes Angebot warten würde. Tineco positioniert das Modell klar im oberen Bereich der eigenen Nass-Trockensauger. Zum Start werden auf der Herstellerseite 699 Euro aufgerufen, bei OTTO liegt der reduzierte Preis gerade bei 649 Euro. Da das Gerät noch relativ neu auf dem Markt ist, würde ich deshalb nicht unbedingt zum erstbesten Preis kaufen.
Wer allerdings genau die Kombination aus Nassreinigung, heißem Dampf und schneller Bürstentrocknung sucht, bekommt hier ein sehr interessantes Gesamtpaket. Wer den FLOOR ONE S9 Artist Boost Steam direkt kaufen möchte, kann ihn über diesen Link bei OTTO bestellen.


Fazit zum FLOOR ONE S9 Artist Boost Steam
Der FLOOR ONE S9 Artist Boost Steam gefällt mir im Alltag richtig gut. Ich habe bereits einige Geräte von Tineco genutzt und war bisher immer zufrieden. Auch dieses Modell setzt diesen positiven Eindruck fort. Besonders die Reinigungsleistung mit heißem Dampf hat es mir angetan. Gerade festsitzender Schmutz lässt sich damit deutlich angenehmer entfernen. Sehr praktisch finde ich außerdem die schnelle Heißluft-Trocknung in nur fünf Minuten. Dadurch müffeln die Bürsten bei mir nicht und ich muss mich nach der Reinigung nicht lange um das Gerät kümmern. Zusammen mit der flachen Bauform, dem LED-Licht und der einfachen Bedienung ergibt sich für mich ein sehr rundes Gesamtpaket.


Natürlich ist nicht alles perfekt. Die glänzenden Flächen sind empfindlich, die Öffnung zum Befüllen des Wassers könnte größer sein und beim Tragen über mehrere Etagen merkt man das Gewicht. Auch die Akkulaufzeit bleibt bei mir eher hinter den Herstellerangaben zurück. Die App brauche ich persönlich ebenfalls nicht, weshalb mich die Beschränkung auf 2,4-GHz-WLAN weniger stört.
Im Vergleich zu einigen Dyson-Einstiegsmodellen gefällt mir der FLOOR ONE S9 Artist Boost Steam persönlich besser. Vor allem der heiße Dampf und die schnelle Trocknung der Bürsten sind für mich im Alltag starke Argumente. Ich würde das Gerät deshalb durchaus empfehlen, allerdings würde ich wegen des noch recht hohen Preises nach einem guten Angebot Ausschau halten. Wer einen leistungsfähigen Nass-Trockensauger mit echter Dampfreinigung sucht, bekommt hier aus meiner Sicht ein sehr solides Gerät.
Die beiden Modellvarianten im Überblick
Der FLOOR ONE S9 Artist Boost Steam ist übrigens in zwei Varianten erhältlich, die sich in Farbgebung und Lieferumfang unterscheiden. Der FLOOR ONE S9 Artist Boost Steam ist in einem hellen Lilaton gehalten und kommt mit Trocknungs- und Ladestation, Reinigungswerkzeug, einer zusätzlichen Bürstenrolle sowie einem zusätzlichen Trockenfilter. Das Modell FLOOR ONE S9 Artist Boost Steam Premium, das ich für diesen Test getestet habe, ist silberbraun gehalten und bringt zusätzlich zwei (statt einer) Bürstenrollen sowie Trockenfilter mit.
Wer sich für die Standardvariante interessiert, findet sie hier im Tineco Shop. Die Premium-Variante, wie ich sie getestet habe, gibt es aktuell reduziert für 649 Euro hier bei OTTO.


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