Tmouse2: Ist das die Revolution der Computer-Maus?

Eine Maus ist neben der Tastatur das gängigste Bedienelement eines Computers. Es gibt zahllose Varianten davon, denn die Geschmäcker sind sehr verschieden. Die heutzutage gängigste Ausführung ist wohl die kabellose Infrarot Maus. Leidenschaftliche Gamer jedoch schwören in der Regel auf eigens für sie designte Gaming-Mäuse mit Kabel, um die Übertragungszeit auf ein absolutes Minimum zu verkürzen. Manch ein Vertreter der Pionier Generation in Sachen Computer schwört gar noch auf die gute alte Kugelmaus.

Tmouse2 01

Fest steht; wer eine neue Maus auf den Markt bringen will, muss seine Nische finden oder die Konkurrenz übertrumpfen. Mit der Tmouse2 probieren sich die Entwickler an einem neuen Konzept von Maus und versprechen dabei viel. Ist die Maus so wie wir sie kennen ein suboptimales Design und schädlich für Hand und Haltung? Dieser Auffassung sind jedenfalls die Entwickler der Tmouse2.

Wurde hier das (Maus-)Rad neu erfunden?

Auf den ersten Blick erinnerte mich die Tmouse2 mehr an ein medizinisches Messgerät als an eine Maus. Sieht der hintere Teil, auf dem der Handballen aufgelegt wird, noch normal aus, so wirkt der Frontteil mit einem Display und den Knöpfen doch reichlich befremdlich. Doch gerade das ist das selbstgewählte Distinktionsmerkmal der Tmouse2. Bei dem kleinen Display handelt es sich um ein Touchpad, welches das Mausrad ersetzen soll. Der oberste Knopf verkörpert das Kommando „Zurück“ (also STRG/CMD + Z). Direkt darunter befindet sich der DPI Button und der Mittelknopf (Mausrad gedrückt). Ganz unten aus der linken Seite befindet sich eine längere Taste, die als rechter und linker Mausklick fungiert.

Tmouse2 02 e1517054144527

Tmouse2 03

Anders um jeden Preis – aber wieso?

Keine Frage; um sich in der Technikbrache unserer Zeit einen Namen zu machen und von der Masse abzuheben ist es unabdingbar, neue und eventuell auch unkonventionelle Wege einzuschlagen. Im Idealfall werden dabei Bedürfnisse befriedigt, die noch kein anderes vergleichbares Produkt abdeckt oder mit grundlegenden Problemen aufräumt. In diesem Falle wird Letzteres versucht und der schlechten Haltung der Krieg erklärt. An dieser Stelle möchte ich auch meine persönliche Meinung an einem Produkt äußern, welches ich noch nicht selbst getestet habe.

Dem Grundgedanken etwas Neues zu wagen stehe ich in der Regel gleichzeitig offen und skeptisch gegenüber. Auch an der Überlegung, die Grundform einer Maus zu ändern, finde ich nichts verkehrt. Was mir allerdings missfällt sind Versuche, einen Strohmann zu konstruieren und das eigene Produkt so in ein besseres Licht zu rücken. Leider wurde das (meiner Meinung nach) in dem Promovideo praktiziert. Der Entwickler behauptet, eine runder Handballen, der sich um die Maus schließt, sei die natürliche Haltung, herkömmliche Mäuse seien zu oval und führen daher zu Krämpfen und Schmerzen. Ob das der Fall ist oder nicht vermag ich nicht zu beantworten; jeder Mensch und auch jedes Handgelenk ist unterschiedlich. Wer allerdings nach einer Runde Counter-Strike an einer Gaming Mouse ersteinmal alle seine Finger geradebiegen muss, der sollte womöglich einen Arzt aufsuchen denn das ist doch eher ungewöhnlich. Dieser Kritikpunkt betrifft freilich nicht das Produkt an sich sonder die Art und Weise in der es beworben wird.


Mehr spannende Gaming-Gadgets


Wer sich ein eigenes Bild von der Tmouse2 verschaffen will ist herzlichst eingeladen, sich die Indiegogo Kampagne anzusehen. Dort kann die Maus ab knapp 50 Euro vorbestellt werden. Das Finanzierungsziel von 10.000 Euro wurde bereits überschritten und die voraussichtliche Auslieferung ist für Mai 2018 angesetzt.

Tmouse2: Ist das die Revolution der Computer-Maus?
4.5 (90%) 4 Stimme[n]

Was dir auch gefallen könnte...

Ein Kommentar

  1. Werner Stocker sagt:

    Nun ja, es gibt ja auch Versuche das Rad neu zu erfinden. Aber was nun

    Computermäuse betrifft, müsste man sich mal grundsätzlich Gedanken machen

    und sich vorallem mal ganz genau ansehen, wie die durchschnittliche Form

    einer Maus auf, oder besser in die durchschnittlich entspannte Handhaltung

    passt.
    Die durchschnittliche Stromlinienform der Maus, die so in etwa einem

    halbierten Ei oder einem Skarabäus entspricht – also gegen den Handballen

    hin steil- und gegen die Finger hin flach abfällt – resultierte damals wohl

    aus der Notwendigkeit, das Kugel-Gehäuse, Tasten, Rad etc. möglichst

    ökonomisch unterzubringen und dem Anspruch, das ganze auch noch ästhetisch

    und ergonomisch aussehen zu lassen. Aber passt das wirklich unter eine

    entspannte Hand? Hat sie wirklich die optimale Form, nur weil alle sie so

    bauen?
    Legt Eure Hand mal auf eine solche, um 180° gedrehte Durchschnittsmaus

    (Maus/Stick vorher ausstecken!), also so, dass der flach abfallende „Bug“

    mit den Tasten, zu Euch, gegen Euren Arm hin zeigt und das steil abfallende

    „Heck“ nach vorn, gegen die Fingerspitzen, zum Monitor hin. Dann legt mal

    die Finger bequem um das „dicke Ende“ und stellt Euch vor, die Tasten und

    das Scroll-Rad wären gut zugänglich auf der Stirnseite… habt Ihr’s?

    …fällt Euch was auf? Ja? Nein? — Oder doch?
    Liegen die Finger jetzt nicht (endlich! endlich! endlich!) entspannt und

    sicher auf der Oberseite auf? Würde sich das Scrollrad nicht viel bequemer

    drehen lassen? Und liessen sich die Tasten nicht genauso flink, wie Abzüge,

    aber entspannter bedienen? Und das bei wirklich (!) entspannt aufliegenden

    Fingern.
    Meiner Meinung nach, kommen nähmlich die meisten Maus-Arm-Probleme von den

    dauernd über den Tasten schwebenden Fingern! Gerade sehr leichtgängige

    Maustasten lassen überhaupt keinerlei Aufliegen der Finger zu! Da ist

    permanente Spannung — stunden-, tage-, wochen-, monate-, ja jahrelang! Zu

    schnell ist ein ärgerlicher Fehlklick ausgelöst! Das muss ja zu

    Verspannungen führen.
    Und damit sind wir auch schon beim springenden Punkt — der Mangel offenbart

    sich, wenn überhaupt, erst nach langer Zeit und bei intensiver Verwendung.

    Aber solange wir uns brav den Mäusen anpassen, wird sie wohl auch nie

    gestellt; die ketzerische Frage: „Könnte es sein… (?) …dass das

    Grundkonzept der Maus genau verkehrt herum ist?“ Diese Frage würde denn

    vermutlich auch den Markt für all diese sündhaft teuren Spezialmäuse

    relativieren.
    Ich suche schon seit geraumer Zeit nach so einer „Stirn-Tasten/-Rad Maus“

    mit umgekehrten Profil – und werde – und werde nicht fündig! Werde

    vermutlich nicht umhin kommen, sie mir selber zu bauen. Werde sie dann

    „Halbes Ei des Kolumbus“ nennen. :D

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.