ReMoD: So lernen Opfer eines Schlaganfalls wieder laufen

Theoretisch kann jeder von uns Opfer eines Schlaganfalls werden. Natürlich gibt es Faktoren, die das Risiko steigern, dennoch kann man auch trotz gesunder Lebensweise unerwarteterweise getroffen werden. Rund 20% aller Menschen erleiden im Laufe ihres Lebens einen Schlaganfall, wovon wiederum die Hälfte danach halbseitig gelähmt ist. Dindia Gutmann, die Tochter von ReMoD-Erfinderin Anna Gutmann, kam aufgrund eines Schlaganfalls vor der Geburt sogar schon halbseitig gelähmt auf die Welt. Dies gab für die Mutter den Anstoß, gemeinsam mit ihrer Tochter ein Gerät zu entwickeln, mit dem Dindia laufen lernen sollte.

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Die halbseitige Lähmung, die mit dem Fachbegriff „Hemiparese“ bezeichnet wird, führt zu großen Einschränkungen, nicht nur durch die sehr eingeschränkte Mobilität der Betroffenen, sondern auch durch Sekundärschäden, wie Verschleißerscheinungen in den Gelenken, große Schmerzen und Spastiken. Da für die Erkrankung keine nachhaltige Therapiemethode existierte, machten es sich Anna und Dindia Gutmann zum Ziel, dies zu ändern und erschufen ReMoD (Remember-Motion-Device), ein Gerät zur Haltungs- und Bewegungskorrektur.

Von Körperübungen über Zurufe zu ReMoD

Um ihrer Tochter helfen zu können, entzwickelte Anna Gutmann zuerst Körperübungen für Dindia, mit welchen die beiden täglich das Laufen übten. Anfangs versuchte die Mutter, über Zurufe die Haltung von Dindia beim Laufen zu korrigieren. 2005 hatte das Gespann dann den Einfall, das Ganze von einem Gerät übernehmen zu lassen – die Idee für ReMoD war geboren. Im Folgenden findet ihr noch einen Link zu einer passenden Lektüre zum Thema Selbsthilfe bei einem Schlaganfall.


“Erfolgreiche Selbsttherapie” kaufen


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Mit Hilfe des Wissenschaftlers Dr. Roßdeutscher der TU Berlin wurde ReMoD so zwischen 2008 und 2013 vom Prototypen zur finalen Version weiterentwickelt. Das Problem bei einer Hemiparese ist, dass die Kommunikation zwischen Gehirn und Bewegungsapparat unterbrochen ist. ReMoD überbrückt diese Lücke, indem es Informationen zur Bewegung und Lage des Körpers über am Körper angebrachte Gurte analysiert und bei suboptimaler Haltung elektronische Impulse sendet, wodurch diese dann entsprechend korrigiert werden kann.

Trotz Hemiparese zu einem normalen Leben dank ReMoD

Mit Hilfe von ReMoD können Patienten, die unter einer Hemiparese leiden, erlernen, ganz normal zu laufen, wodurch sie im Alltag kaum noch Einschränkungen ausgesetzt sind. Dindia studiert mittlerweile, geht sogar auf Reisen und Wandern ist eine ihrer Leidenschaften. Dank ReMoD kann sie nun trotz ihrer Erkrankung ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen.

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ReMoD von vorne und von hinten im angelegten Zustand (Bild: Hersteller)

Auf Indiegogo starteten die Gründer von ReMoD bereits Ende 2016 eine Kampagne, um einen höheren Bekanntheitsgrad ihres Produktes zu erreichen und Geld für die Entwicklung und die Zulassung als Medizinprodukt, welche sehr teuer ist, zu finanzieren. Das Funding-Ziel konnte jedoch leider nicht erreicht werden, weshalb sich die Zulassung verzögert. Nun versuchen Anna und Dindia Gutmann am kommenden Dienstag um 20.15 Uhr bei der Gründersendung „Die Höhle der Löwen“ (DHDL) auf VOX, die Investoren von ihrem Projekt zu überzeugen und endlich das nötige Kapital zu bekommen, das für die Zulassung als Medizinprodukt notwendig ist.

Weitere Infos findet ihr auf der Homepage von ReMoD, die Indiegogo-Kampagne von vergangenem Jahr findet ihr hier. Derzeit kann das Produkt leider noch nicht erworben werden, da noch wissenschaftliche Tests und ein Verfahren zur Genehmigung des Vertriebes anstehen. Nachfolgend bringt euch ein Video zu ReMoD einen tieferen Blick in die Thematik und bringt euch das Produkt näher.

ReMoD: So lernen Opfer eines Schlaganfalls wieder laufen
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4 Kommentare

  1. Lothar Heilmann sagt:

    Hallo, ich habe das gleiche Problem der nicht funktionierenden Bewegungsmöglichkeit und benötige dringend diese neue Erfindung. Wie kann ich mich zur Verfügung stellen zur Erprobung des Gerätes bei meiner Erkrankung?

  2. Jürgen Sahlmann sagt:

    Jürgen Sahlmann, meine Frau ist seit 16 Jahren linksseitig durch Schlaganfall gelähmt. Sie kann im Haus bzw. auf stufenloser ebener Bodenfläche, möglichst ohne Teppiche, mit Stock leidlich langsam gehen, verliert aber schnell das Gleichgewicht. Ein kleiner Schreck reicht schon und sie stürzt. Besser geht es, wenn sie sich bei jemandem einhacken kann. Die linke Seite ist ab Körpermitte gefühllos. Arm und Hand liegen in einer Schlinge, um einer Luxation vorzubeugen. Arm, Hand und Finger kann meine Frau nicht bewegen. Natürlich sind wir an der beschriebenen “Hilfe” interessiert. Wir haben selber schon mit Impulsgebern experimentiert. Gerne hätten wir einen Kontakt, besonders weil meine Frau durch regelmäßige Physio- und Ergobehandlungen sehr stabil ist.

    • Michael Lautenschlager sagt:

      Vielen Dank für Ihren Kommentar!
      Ich habe mich noch einmal auf der Homepage von ReMoD umgesehen. Dort werden leider keine weiteren Infos dazu gegeben, ob und wie man das Produkt im Moment testen oder erwerben könnte. Im Impressum finden Sie jedoch eine E-Mail-Adresse, über die Sie Kontakt mit den Machern von ReMoD aufnehmen können. Zudem finden Sie dort auch Links zur Facebook- und Twitterpräsenz des Projektes. Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

  3. rothstein kh sagt:

    ich leide seit jahren an polyneuropathie und kann nur mit stock bzw rollator laufen. auch habe ich einen stolpereffekt wodurch ich öfters falle. ist dieses gerät auch was für mich und wo kann ich nes erwerben und zu welchem preis. mfg

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