Paperwallet im Test – die Geschichte einer Odysee

Seit Jahren suche ich schon nach einer guten, handlichen, zuverlässigen Kleingeldbörse. Das hört sich zunächst einfacher an, als es ist. Tatsächlich ist mir die perfekte Kleingeldbörse einfach noch nicht untergekommen. Jetzt durfte ich die Paperwallet testen, ein Kickstarterprojekt, das zumindest beweist, dass ich nicht alleine bin mit meinem Kleingeldproblem.

paperwallet_kickstarter

Warum eigentlich Problem, könnte man fragen. Ganz einfach: Mein Portemonnaie trage ich in der Gesäßtasche. Mit Perso, Führerschein sowie diversen Bonuskarten ist es schon dick genug (Geldscheine würde ich ebenfalls dort platzieren, wenn ich welche hätte). Für Kleingeld ist schlicht und ergreifend kein Platz mehr vorhanden. Dabei ist es schon schwer genug, ein Portemonnaie zu finden, was kein extra Fach für Kleingeld hat. Aber immerhin: es gibt sie.

Was es dagegen nicht gibt sind Kleingeldbörsen. In Prä-Smartphone-Zeiten war das für mich kein Problem: das Kleingeld landete einfach in der vorderen Hosentasche. Dort ist es immer noch, wenn es allerdings lose herumfliegt, leidet im günstigsten Falle die Rückseite des Smartphones, im wahrscheinlichen Falle hinterlässt es Kratzer auf dem Display. Dafür musste also eine Lösung her. Nur gab es leider nichts adäquates: Schüttelbörsen sind meistens zu groß. Passender sind spezielle Kleingeldbörsen wie diese hier – nur leider sind die Verschlüsse meistens wenig zu gebrauchen und am Ende des Tages fliegen die Münzen doch wieder unkontrolliert in der Hosentasche herum.

Ist eine magische Börse die Lösung?

Da kam mir die Kickstarter Kampagne der „Magic Coin Pouch“ gerade recht. Nach einigen Wochen Testens kann ich jetzt immerhin sagen: keine perfekte Lösung, aber nahe dran. Aber der Reihe nach. Die „magische“ Börse versprach auf Kickstarter nicht nur, extrem platzsparend zu sein. Münzen sollen sich auch automatisch und ebenso platzsparend stapeln und das Herauskullern von Münzen aus der Börse sollte ebenfalls der Vergangenheit angehören. Ob das stimmt?

paperwallet im test

Die Lieferung der Börse war zunächst eine kleine Enttäuschung. Das allerdings war mein Fehler: den Firmennamen „Paperwallet“ habe ich schlicht übersehen, und einer Papierbörse traut man nicht unbedingt ein langes Leben zu. Einige Rechercheminuten später war die Erleichterung dann aber groß: die Geldbörse wird nicht aus gewöhnlichem Papier hergestellt, sondern aus „Tyvek„. Das ist extrem haltbar und die ersten Wochen Intensivnutzung scheinen dies zu bestätigen.

Allerdings ist das Material am Anfang tatsächlich etwas unflexibel und nimmt entsprechend wenige Münzen auf. Das legt sich aber schon nach wenigen Stunden, inzwischen passt durchaus eine passable Menge Münzen in die „Paperwallet“ hinein. Wer lesen kann ist klar im Vorteil: auch darauf wurde in der Kickstarter-Kampagne hingewiesen.

paperwallet im einsatz

sehr flach: die Paperwallet in der Seitenansicht

paperwallet

Fummelig: mehrere Münzen auf einmal verstauen ist nicht einfach

Nach diesen Anfangshürden bleibt die Papierbörse unauffällig. Das ist ein Kompliment, denn schließlich soll sie genau das leisten: ein Problem lösen, ohne weiter aufzufallen. Das tut die „Magic Coin Pouch“ mit Bravour. Sie verschwindet fast vollständig in der Hosentasche und fasst dennoch eine große Menge Kleingeld, wenn es drauf ankommt. Der Trick ist die Art, wie die Münzen in der Paperwallet angeordnet sind. Das Video am Ende dieses Artikels erklärt es vermutlich am Besten, aber durch den trickreichen Mechanismus wird so wenig Platz wie möglich verschwendet. Einziger Nachteil: Man hat keinen Zugriff auf alle Münzen direkt, sondern muss diese zunächst komplett aus der Paperwallet herausholen. Das geht zwar recht schnell – einmal schütteln und alle Münzen sind raus – das Zurücklegen ist das Problem.

Fast perfekt, aber nichts für nervöse Typen

Und damit sind wir auch schon beim einzigen Nachteil der Paperwallet: Wer einen passenden Kleingeldbetrag raussuchen möchte, muss nicht nur alle Münzen aus der Wallet herausholen, sondern diese anschließend wieder reinlegen. Die Öffnung dazu ist konstruktionsbedingt etwas klein geraten, so dass dieser Schritt gerne etwas länger dauert. Für jemanden, der an der Supermarkt-Kasse angesichts der wartenden Kunden leicht in Nervosität gerät, ist die Paperwallet also nichts.

IMG_2663

Für mich persönlich dagegen ist die „Magic Coin Pouch“ zwar nicht unbedingt magisch, aber ein Schritt in die richtige Richtung. Sie nimmt in der Hosentasche wenig Platz weg, sammelt alle meine Münzen und macht diese leicht zugänglich. Ob das papierähnliche Material Tyvek die Börse dauerhaft zusammenhält, bleibt abzuwarten. Nach einiger Zeit des Tragens wird das Material zumindest deutlich weicher und somit auch flexibler. Für gut 10 Euro (hier zu kaufen) kann man in jedem Fall wenig falsch machen, wenn eine vernünftige und handliche Kleingeldbörse benötigt wird.

Paperwallet im Test – die Geschichte einer Odysee
5 (100%) 3 Stimme[n]
Wenn Dir der Beitrag gefallen hat, hinterlasse doch einen Kommentar, drücke "Gefällt mir" oder abonniere unseren RSS feed, um auch in Zukunft immer mit den neusten Crowdfunding-Projekten und Gadget-Highlights versorgt zu werden.

Was dir auch gefallen könnte...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.