PIECE im Test: Praktische Dual-SIM Lösung für’s iPhone

Der Trend geht ja, so sagt man, zum Dritthandy. Das ist vielleicht etwas übertrieben, aber wer ein Firmendhandy und ein privates Telefon hat, der kennt das Problem der dicken Taschen – es wollen schließlich immer zwei Handys mitgeschleppt werden. Eine Lösung sind Dual-SIM-Phones, die zwei SIM-Karten gleichzeitig bedienen können. Es sei denn, man hat ein iPhone, da passt nur eine SIM-Karte hinein. Abhilfe schaffen will da ein schlicht „Piece“ genanntes Gadget, das auf Kickstarter im vergangenen Jahr sehr erfolgreich war.

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Gadget-Rausch konnte das PIECE für einige Zeit testen. Hält es sein Versprechen, für iPhones eine Dual-SIM-Lösung bereitzustellen? Ich jedenfalls würde es mir wünschen: Nach einer Lösung, die mich davon befreit, immer zwei Handys bereitzuhalten, suche ich seit Jahren – bis jetzt ohne Erfolg.

PIECE bringt zweite SIM-Karte ans Handy

PIECE hört sich zunächst nach einer idealen Lösung an. Es handelt sich bei dem Dual-SIM-Gadget um ein Gerät. das etwa so dick und groß ist wie vier Kreditkarten übereinandergestapelt. Es passt also gerade so noch ins Portemonnaie. Oder sogar in eine iPhone-Hülle mit Kreditkartenfach. Das macht das iPhone zwar recht klobig, ist aber zwei Smartphones immer noch vorzuziehen.

Die Verbindung zwischen PIECE und iPhone erfolgt über Bluetooth. Eine App, die sowohl eine Telefon- als auch eine SMS-Funktion enthält, ermöglicht telefonieren und texten. Der eingebaute Akku soll eine ganze Woche reichen, geladen wird PIECE über einen Micro-USB Anschluss. Hört sich alles in allem recht spannend und vielversprechend an, vor allem aber scheint es genau die Lösung zu sein, nach der ich gesucht habe.

piece sim case

Erster Eindruck: Plastik, aber funktioniert

Der erste Eindruck von PIECE: Die Bilder auf Kickstarter spiegeln die Realität nicht wider. Leider. Ins Portemonnaie passt PIECE zwar, aber die Plastikanmutung lässt mich von meinem Plan Abstand nehmen – ich trage mein Wallet in den hinteren Hosentaschen, da würde PIECE wohl nicht sehr lange überleben.

Die Ersteinrichtung verlief vielversprechend. Die App war schnell installiert und eingerichtet. Man muss lediglich einmal die Verbindung zum PIECE herstellen, seine SIM-PIN eingeben und (optional) die seine Kontakte übertragen. Ein erster Testanruf – genauer gesagt, zwei, einer raus, einer rein – funktionierte tadellos, die Sprachqualität war in Ordnung. Auch SMS wurden ohne Fehler gesendet und empfangen.

Die Ernüchterung kam im Dauerbetrieb. Das PIECE piepte immer mal wieder scheinbar zufällig, weil es die Verbindung verloren hatte. Nachvollziehbar geschah dies immer dann, wenn PIECE kein Mobilfunknetz fand. Andererseits gab es auch Verbindungsverluste wenn die Haupt-SIM im iPhone (die im gleichen Netzt funkte) vollen Empfang vermeldete.

Für echtes Dual-SIM unbrauchbar

piece

Zugegeben, das war beinahe das einzige Problem, was PIECE im Test zeigte. Die App war ansonsten stabil, Abstürze hatte ich nicht zu verzeichnen, und die Woche Akkuleistung wurde tatsächlich beinahe eingehalten. Für ein Handy ist aber das Wichtigste die Zuverlässigkeit – die sporadischen Verbindungsverluste sorgen daher dafür, dass PIECE in dieser Kategorie schlecht abschneidet. Schlimmer noch: durch die Unzuverlässigkeit wird PIECE quasi unbrauchbar. Vorbestellungen nimmt der Hersteller auf seiner Webseite entgegen.


Ich hoffe, dass ein Firmware-Update hier noch Verbesserungen bringen kann, denn sowohl die Idee als auch die sonstige Ausführung beim PIECE stimmen.


PIECE im Test: Praktische Dual-SIM Lösung für’s iPhone
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