Moto 360 2: Der Nachfolger der erfolgreichen Android-Smartwatch im Test

Über ein Jahr ist es mittlerweile schon her, dass wir die erste Generation der Moto 360 im Test hatten, und dabei ein recht positives Fazit zogen. Seither hat sich der Smartwatch & Wearable-Markt rasant weiterentwickelt, und mit der Apple Watch, der Samsung Gear S 2 und vielen anderen Wearables hat die Motorola Moto 360 eine Vielzahl an neuen Konkurrenten dazugewonnen.

Auch die Moto 360 selbst wurde auf der IFA im September mit einigen Änderungen neu aufgelegt. Meine im zweiwöchigen Alltagstest der Uhr gewonnenen Eindrücke und Erfahrungen möchte ich in diesem Artikel schildern.

Moto 360 2. Generation

Kopplung mit iPhone

Um den vorliegenden Testbericht nicht fehlzuinterpretieren, muss vorab natürlich darüber informiert werden, dass ich die Moto 360 2 nicht mit einem Android Gerät verbunden, sondern mit meinem iPhone gekoppelt habe. Für jenes steht zwar eine Android Wear-App zur Verfügung, diese ist aber gerade durch das Fehlen des Android Wear-App Stores funktional stark eingeschränkt. Jegliche Erfahrungen bezüglich der Software beziehen sich also ausschließlich auf die Nutzung mit gekoppeltem iPhone.

Android Wear
Moto 360 2: Der Nachfolger der erfolgreichen Android-Smartwatch im Test
Entwickler: Google, Inc.
Preis: Kostenlos

Ebenso wichtig bezüglich meiner Beurteilung der Moto 360 2 ist es zu wissen, dass ich im Bereich der Smartwatches nicht unvoreingenommen bin. Seit Mai 2015 nutze ich fast täglich eine Apple Watch Sport, die mich besonders mit ihrer hohen Verarbeitungsqualität und ihren neuartigen Eingabemethoden überzeugt.

Moto 360 2. Generation vs. Apple Watch

Moto 360 2 Vergleich mit Apple Watch

Schicke Verpackung

Nun aber genug des Vorgeplänkels, Thema dieses Artikels soll ja schließlich die Moto 360 2 sein. Jene kommt in der gleichen schicken Verpackung, in der auch schon der Vorgänger geliefert wurde, und die bereits beim Auspacken einen Glanz von Wertigkeit versprüht. In der zylindrischen Box befindet sich neben der eigentlichen Smartwatch auch noch ein Ladedock mit Anschlusskabel sowie ein Netzteil. Da ich als Armband ein Gliederarmband gewählt habe, gab es zusätzlich auch noch zwei Kettenglieder zum optionalen Verlängern des Armbandes.

Nachdem der erste Eindruck eigentlich recht positiv war, schlug die Stimmung jedoch dann schnell um, als es um das Kürzen des mir nicht passenden Armbandes ging. Nach einigen erfolglosen Versuchen zog ich spezielles Uhrmacherwerkzeug hinzu (das sicherlich nicht in jedem Haushalt vorhanden sein wird), aber selbst mithilfe dessen musste fast Gewalt angewendet werden, um ein einzelnes Kettenglied herauszulösen. Erst nachdem das Armband angepasst war, fand ich im beiliegenden Flyerchen als kleingedruckte Fußnote den Hinweis, dass zum Kürzen des Armbandes das Aufsuchen eines Juweliers nötig sei.

Moto 360 2. Generation

Dass das Anpassen des Armbandes nicht ganz leicht von der Hand geht – meinetwegen, aber dass Motorola von mir verlangt, auf meine Kosten zum Juwelier zu gehen, um meine Smartwatch überhaupt erst einsatzbereit zu machen, ist einfach nur dreist. So ein Ärgernis bereits beim ersten Einrichten? Keine guten Vorraussetzungen, um mich in den beiden nachfolgenden Wochen noch von der Uhr zu überzeugen!

Die Hardware der Android Smartwatch

Die hohe Verarbeitungsqualität der Apple Watch gewöhnt, und vom ersten visuellen Eindruck der Moto 360 2 eigentlich überzeugt, waren meine Erwartungen an die Hardware entsprechend hoch. Ich erwartete vor allem drei Sachen: Ein hochwertiges Display mit gutem Schwarzwert, einen mehr haptisch als optisch wahrnehmbaren Vibrationsmotor sowie eine gute Akkulaufzeit.

Leider wurde ich aber auch hier enttäuscht: Das Display flimmert bei jeder stärkeren Berührung, das Schwarz sieht mehr aus wie das Grau des Armbandes und der die Kreisform unterbrechende schwarze Balken an der Unterseite stört einfach nur. Der Vibrationsmotor ist mehr ein Summer als ein haptischer Hinweisgeber, und gibt einem zudem den recht traurigen Eindruck, dass er Motorola nicht ein paar Cent mehr wert gewesen wäre. Die Akkulaufzeit ist zwar unter Normalbedingungen recht gut, sodass man mit einer Akkuladung durch den Tag kommt, im Standbymodus mit abgedunkeltem Always-on-Display überlebt die Uhr aber trotz Inaktivität keine zwei Tage. Die Mitnahme des Ladegeräts ist für Reisende also Pflicht.

Moto 360 2. Generation

Software – Allround-Paket?

Da ich wie bereits erwähnt die Smartwatch mit einem iPhone gekoppelt habe, beziehen sich alle Aussagen über die Software, also über das auf der Moto laufende Betriebssystem Android Wear, primär auf diesen Sonderfall. Und in diesem kommt die Uhr nicht gut weg: Selbst wenn die Moto 360 der 2. Generation mal ein paar Stunden mit dem Smartphone verbunden bleibt, ohne dass wie so oft ein Neukoppeln erforderlich wird, geben die vom iPhone weitergeleiteten Benachrichtigungen nicht viel her. Man kann sie lesen, und die Benachrichtigungen einer spezielle App optional blockieren, mehr aber auch nicht. Sinnvoll und hilfreich ist lediglich die Möglichkeit, auf dem iPhone abspielende Musik von der Smartwatch aus zu steuern: Das funktioniert erstaunlich gut und zuverlässig und kann in manchen Situationen sehr praktisch sein.

Android Wear Apps sind bei Benutzung mit einem iPhone nicht verfügbar, Zifferblätter können ebenso nicht heruntergeladen werden, sodass, damit an sinnvollen Funktionen noch irgendetwas übrig bleibt, Google Now aktiviert werden muss, was ich generell boykottiere. Somit blieb mir das Anzeigen von Benachrichtigungen und das Auswählen eines Standard-Zifferblattes – und seien wir mal ehrlich:

Für eine Smartwatch, die in ihrer günstigsten Ausführung 300 € kostet, ist das Anzeigen von Benachrichtigungen, das Wechseln zwischen wenigen verfügbaren Zifferblättern sowie das Verwenden von Google Now softwaretechnisch einfach zu wenig.

Wenn die Software, die verfügbar ist, dann auch noch so vor Fehlern strotzt, als ein kleines Beispiel die Akzent-Farbe der Zifferblätter nicht gespeichert wird, dann ist das einfach nur frustrierend und mehr als dürftig.

Moto 360 2. Generation

Positive Merkmale

In diesem Testbericht ist bisher nur Negatives zur Sprache gekommen – das entspricht fairerweise gesagt aber nicht ganz der Realität, sodass auch einige positive Aspekte nicht unerwähnt bleiben sollen:

  • Das runde Design der Uhr ist schlicht und schick, aber dennoch nicht zu aufdringlich oder auffällig, sodass es recht gut ankommt.
  • Mithilfe des beiliegenden Docks lässt sich die Moto 360 2 ebenso wie die erste Generation einfach und simpel, da drahtlos, aufladen. Dank der softwaremäßig eingebauten Auflade-UI, die den Ladefortschritt in Form eines sich schrittweise vervollständigen Kreises visualisiert, sieht das Ganze sehr elegant aus.
  • Da eine standardisierte Armband-Befestigung verwendet wird, lässt sich das Armband leicht austauschen, sodass auch das Verwenden von günstigen Drittanbieter-Armbändern möglich wird.
  • Dank der Option eines Always-On-Displays kann die Uhrzeit stets abgelesen werden, ohne erst das Handgelenk zu heben oder das Display anderweitig zu aktivieren.

Moto 360 2. Generation

Fazit

Um mit der wachsenden Konkurrenz mithalten zu können, hätte Motorola noch mehr an der Neuauflage der Moto 360 arbeiten müssen. Besonders da jene den Anspruch hat, ein Produkt höchster Qualität zu sein, wie auch das ausgereifte Design und die über weite Strecken gute Verarbeitung zeigen, hätte man die Smartwatch an einigen Stellen, zum Beispiel bezüglich Display und Vibrationsmotor, noch deutlich verbessern können.

Die Uhr als iOS-kompatibel auszuschreiben, ist angesichts der mangelnden Unterstützung von Android Wear Apps und Zifferblättern und dem häufigen Verlust der Verbindung zum iPhone ziemlich gewagt – das sollte allen aus dem iOS-Lager stammenden Interessenten bewusst sein.

Moto 360 2. Generation

Moto 360 2 kaufen

Für diejenigen, denen das Design der Uhr gefällt und die die Uhr in Verbindung mit einem Android-Smartphone benutzen möchten, könnte die Moto 360 2 trotz der hier angesprochenen Schwächen eine Option sein. Auf der Motorola-Website kann die Moto 360 im sogenannten MotoMaker zunächst selbst gestaltet und angepasst werden und dann abhängig von der Konfiguration ab einem Preis von 299 € erworben werden. Wer ein paar Euros sparen möchte findet die Uhr auf Amazon ab rund 290 Euro inklusive Versand.

Moto 360 2: Der Nachfolger der erfolgreichen Android-Smartwatch im Test
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